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Nach der massiven Ausweitung von Corona-Tests in Deutschland melden erste Labore einen Rückstau bei den Auswertungen.

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    Labore melden Rückstau bei Auswertung von Corona-Tests

    Seit der Einführung der Testpflicht für Reiserückkehrer, die aus einem Risikogebiet kommen, ist die Zahl der Corona-Tests in Deutschland stark gestiegen. Erste Labore beklagen jetzt, dass sie mit der Auswertung nicht mehr hinterher kommen.

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    Von
    • Markus Wolf

    Reiserückkehrer aus einem Risikogebiet müssen sich verpflichtend auf das Coronavirus testen lassen. Diese Anordnungen aus dem Bundesgesundheitsministerium hat die Zahl der Corona-Tests in Deutschland zuletzt in die Höhe schießen lassen: Vergangene Woche meldeten die Labore rund 875.000 Testungen. Zwei Wochen zuvor lag der Wert noch bei knapp 578.100 Tests. Dieser immense Anstieg von Corona-Tests in Deutschland führt jetzt laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) aber offenbar zu Kapazitätsproblemen.

    Steigende Nachfrage führt zu Lieferengpässen

    In der Woche vom 10. bis 16. August hätten bundesweit 64 Labore einen Rückstau von 17.142 abzuarbeitenden Proben angegeben, heißt es im aktuellen "Epidemiologischen Bulletin" des Robert Koch-Instituts. 41 Labore hätten Lieferschwierigkeiten für Reagenzien genannt. Derzeit sind 250 Labore für die RKI-Testlaborabfrage oder in einem der anderen übermittelnden Netzwerke registriert

    Unter anderem wegen der begrenzten Haltbarkeit könnten die Labore Verbrauchsmaterialien und Reagenzien nur für kurze Zeiträume bevorraten. Zudem bestehe bei einigen Produkten eine starke Abhängigkeit von einzelnen Herstellern. "Bei steigender Anzahl durchgeführter Tests und aufgrund von Lieferengpässen bei weltweit steigender Nachfrage können sich die freien Kapazitäten in den nächsten Wochen reduzieren", schreibt das RKI.

    RKI: "Tests sollen priorisiert werden"

    Auch die Bearbeitungszeiten verlängerten sich dadurch, was Konsequenzen für die zeitnahe Mitteilung des Ergebnisses an die Testpersonen sowie einen "größeren Verzug bei der Meldung an das Gesundheitsamt" nach sich ziehen könne. Die rechtzeitige Einleitung von Schutzmaßnahmen könnte so nicht mehr gewährleistet werden. Aus Sicht der Gesundheitsbehörde "scheint es daher geboten, den Einsatz der Tests im Hinblick auf den angestrebten Erkenntnisgewinn in Abhängigkeit freier Testkapazitäten zu priorisieren", heißt es vom RKI.

    Ressourcenverschwendung soll vermieden werden

    Beim Verband Akkreditierte Labore in der Medizin (ALM) war die massive Ausweitung der Corona-Testangebote schon früh auf Bedenken und Kritik gestoßen. Angesichts begrenzter Kapazitäten sei gezieltes statt anlassloses Testen nötig. Es komme nicht darauf an, jeden Politikerwunsch zu erfüllen, hatte der erste Vorsitzende Michael Müller vergangene Woche gesagt. Am Ende drohten Ressourcen für die Versorgung Erkrankter, in Kliniken und Pflegeheimen sowie bei der Aufdeckung von Infektionsketten zu fehlen, so der Verband.

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