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Laborärzte warnen: Corona-Test für alle ist "illusorisch" | BR24

© pa / dpa / Peter Klaunzer

Ein Mann wird in der Schweiz auf das Coronavirus getestet

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    Laborärzte warnen: Corona-Test für alle ist "illusorisch"

    Zu wenig Material, zu wenig Geräte: Es sei nicht möglich, die Bevölkerung flächendeckend auf das Coronavirus zu testen, so der Laborärzte-Verband. Die Maßnahmen zur Eindämmung würden beibehalten, betonten Bund und Länder.

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    Großflächige Coronavirus-Tests in der Bevölkerung hält der Berufsverband Deutscher Laborärzte (BDL) momentan nicht für möglich. "Die wünschenswerte flächendeckende Testung ist derzeit illusorisch", sagte der BDL-Vorsitzende Andreas Bobrowski der Nachrichtenagentur dpa.

    Die Testmaterialien wie Entnahmesets und Reagenzien für die Labore würden von Tag zu Tag knapper. Auch die Lieferzeiten der ebenfalls erforderlichen sogenannten PCR-Geräte seien derzeit extrem lang. Bei PCR-Tests werden Abstriche aus Nase oder Rachen genommen und im Labor mit Hilfe dieser Geräte auf Viren-Erbgut untersucht.

    Entscheidung über Tests liegt bei Ärzten und Kliniken

    Tests müssten derzeit nach medizinischen Notwendigkeiten priorisiert werden, sagte Bobrowski weiter. Dafür habe das Robert Koch-Institut Kriterien erarbeitet. Wer getestet wird, entscheiden im Moment Kliniken und Ärzte selbst. Nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) liegt die Kapazität in Deutschland zurzeit bei bis zu 500.000 Tests pro Woche.

    Die Idee, auch tiermedizinische Labore zu nutzen, lehnt der Laborärzteverband ab.

    "Tiermedizinische Labore haben keine Zulassung für die Untersuchung von humanpathogenen Proben. Es fehlt darüber hinaus das gesamte Know-how des Patientenmanagements und dem damit verbundenen Schutz der persönlichen Daten." Andreas Bobrowski, Berufsverband Deutscher Laborärzte

    Ende der Kontaktverbote nicht in Sicht

    Die Innenminister von Bund und Ländern halten an den Einschränkungen des öffentlichen Lebens im Kampf gegen das Coronavirus fest. "Wir sind erst am Anfang der Pandemie und dürfen nicht frühzeitig die notwendigen Maßnahmen zur Unterbrechung der Infektionsketten aufheben", erklärte Bundesinnenminister Horst Seehofer nach einer Telefonschaltkonferenz mit seinen Länderkollegen. Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Thüringens Innenminister Georg Maier, sagte:

    "Es gibt noch keine verlässlichen Zahlen, ob und in welcher Weise die eingeleiteten Schritte wirken. Deshalb kommt eine Lockerung der Maßnahmen gegenwärtig nicht in Betracht." Georg Maier, Vorsitzender der Innenministerkonferenz

    Debatte über Umgang mit geheilten Corona-Patienten

    Die Bundesärztekammer sprach sich dafür aus, die Kontaktsperre für diejenigen zu lockern, die eine Corona-Ansteckung schon überwunden haben. Dafür wäre es gut, möglichst viele Bundesbürger auf Antikörper zu testen. "Alle, die immun sind, weil sie die Infektion schon hinter sich haben, könnten dann wieder zur Arbeit gehen und am gesellschaftlichen Leben teilnehmen", sagte Ärztekammerpräsident Klaus Reinhardt der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

    Kritik an diesen Forderungen kam von der Deutschen Stiftung Patientenschutz. Das sei realitätsfern, sagte Vorstand Eugen Brysch. "In der Krise müssen sich alle an die gleichen Regeln halten, sonst funktioniert es nicht." Wenn jetzt geheilte Menschen in das Normalleben entlassen würden, bedeute das Chaos für die Ordnungshüter. Eine Kontrolle wäre unmöglich.

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