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Bildrechte: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Ronny Hartmann

Heute vor 76 Jahren wurden die Menschen aus dem Konzentrationslager Buchenwald befreit. Buchenwald war eines der größten Konzentrationslager der Nazis. Dort sind Schätzungen zufolge 56.000 Menschen umgekommen.

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KZ Buchenwald: Bundespräsident erinnert an Befreiung

Zum 76. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier dazu aufgerufen, die Erinnerung an die Gräueltaten der Nazis wach zu halten. Vergleichbares dürfe nie wieder geschehen, so Steinmeier.

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Von
  • BR24 Redaktion

Bei einer Gedenkveranstaltung im Deutschen Nationaltheater Weimar hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Sonntag an die Befreiung der Konzentrationslager Buchenwald und Mittelbau-Dora vor 76 Jahren erinnert. Buchenwald stehe für Rassenwahn, Folter, Mord und Vernichtung und lebe in vielen europäischen Familien bis heute fort, sagte der Bundespräsident.

Zehntausende ausgebeutet, gequält, getötet

Steinmeier erinnerte daran, dass die Inschrift "Jedem das Seine" auf dem Lagertor von Buchenwald für rund eine Viertelmillion Menschen zwischen 1937 und 1945 Haft, Hunger, Folter und Zwangsarbeit bedeutet habe. "Mehr als 34.000 männliche Lagerinsassen starben in Buchenwald, in den 27 Frauenaußenlagern Buchenwalds verloren mehr als 300 weibliche Häftlinge ihr Leben", sagte der Bundespräsident. "8.000 sowjetische Kriegsgefangene erschoss die SS in einer eigens dafür erdachten Genickschussanlage, 1.100 Namenlose erhängte sie im lagereigenen Krematorium."

Genickschussanlage für tausende Kriegsgefangene

Mindestens 12.000 Häftlinge seien auf den Todesmärschen im April 1945 und noch einmal Hunderte Menschen in den ersten Tagen nach der Befreiung gestorben, so der Bundespräsident: "Insgesamt wurden mindestens 56.000 Menschen in einem der größten Konzentrationslager auf dem Gebiet des nationalsozialistischen Deutschen Reiches getötet."

Rassenwahn, Folter, Mord, Vernichtung

Mit seiner Vielzahl von Opfergruppen stehe das Konzentrationslager auf dem Ettersberg bei Weimar für die gesamte Barbarei der Nazis, für einen aggressiven Nationalismus nach Außen, für Diktatur und Unterdrückung im Innern und für ein völkisches Denken. Es sei nicht allein die Zahl der mindestens 56.000 Toten, die in dem Lager umkamen, sagte Steinmeier.

Es seien die Umstände, unter denen Menschen in Buchenwald entrechtet und ausgebeutet, gequält und getötet worden seien, die den Schrecken dieses Ortes ausmachten: "Es ist die Umkehr aller Werte, die Perversion des Rechts, der Moral und der Menschlichkeit."

"Buchenwald steht für Rassenwahn, Folter, Mord und Vernichtung." Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier

Nazi-Barbarei: Aggressiver Nationalismus, Diktatur, völkisches Denken

Es sei die nationalsozialistische Diktatur gewesen, die für grausamste Verbrechen und Völkermord verantwortlich gewesen sei. "Aber es waren Menschen, Deutsche, die anderen Menschen das antaten", betonte der Bundespräsident.

Mit seiner Vielzahl von Opfergruppen stehe Buchenwald "für die gesamte Barbarei der Nazis, für einen aggressiven Nationalismus nach Außen, für Diktatur und Unterdrückung im Innern, und für ein völkisches Denken", hob Steinmeier hervor.

Verantwortung, dass Vergleichbares nie wieder geschieht

Der Bundespräsident äußerte sich dankbar, "dass die Erinnerung an Buchenwald immer wieder, von vielen und mit großer Leidenschaft als Aufgabe angenommen wird". Er dankte Zeitzeugen aus aller Welt, "die das schmerzhafte Erinnern auf sich nehmen und uns dadurch ein Vermächtnis hinterlassen". Seinen Dank sprach Steinmeier auch den zahlreichen jungen Menschen aus, die sich ehrenamtlich für die Erinnerungsarbeit engagieren.

"Sie alle tun das Richtige", sagte der Bundespräsident. "Nicht, weil wir heute Verantwortung dafür tragen, was damals geschehen ist, sondern weil wir alle, die wir uns als Menschen begreifen, Verantwortung dafür tragen, dass Vergleichbares nie wieder geschieht."

Befreiung am 11. April 1945

Das KZ Buchenwald wurde am 11. April 1945 von US-Truppen befreit. Zum 76. Jahrestag fanden am Sonntag Gedenkveranstaltungen im Deutschen Nationaltheater Weimar und in der Gedenkstätte Buchenwald statt. Das Gedenken wurde nach Angaben der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora online in sechs Sprachen übertragen, damit Überlebenden und Angehörigen weltweit eine Teilnahme in Pandemie-Zeiten möglich war. In Buchenwald waren bis April 1945 fast 280.000 Menschen inhaftiert.

(Mit Material von epd, dpa und AFP)

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