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Kurzarbeit: Heil will Aufstockung bis März 2022 verlängern | BR24

© dpa/picture-alliance/Danny Gohlke

Kommende Woche will Bundesarbeitsminister Heil offenbar seine Pläne für eine Ausweitung des Kurzarbeitergeldes dem Koalitionsausschuss vorlegen.

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Kurzarbeit: Heil will Aufstockung bis März 2022 verlängern

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will die Aufstockung des Kurzarbeitergelds bis März 2022 verlängern. Das berichtet die Bild am Sonntag. Am Dienstag wird sich der Koalitionsausschuss mit dem Thema beschäftigen.

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Es ist schon seit längerem kein Geheimnis mehr, dass sich der Bundesarbeitsminister von der SPD für eine Verlängerung der Kurzarbeit stark macht. Nun konkretisieren sich die Pläne von Hubertus Heil. So soll das Kurzarbeitergeld wegen der Corona-Krise bis März 2022 ausgezahlt werden. Und auch die beschlossenen Zuschläge für all jene, die länger auf Unterstützung angewiesen sein werden, sollen bis zu diesem Datum verlängert werden.

"Kurzarbeit ist im Moment unsere stabilste Brücke über ein tiefes wirtschaftliches Tal, um Arbeitsplätze zu sichern." Hubertus Heil, Bundesarbeitsminister (SPD)

Bis zu 87 Prozent des Nettolohns

Regulär erhalten Kurzarbeiter derzeit 60 Prozent des letzten Nettolohns, mit Kindern 67 Prozent. Diese Bezüge steigen mit zunehmender Dauer in zwei Stufen. Der Höchstsatz wird für all jene fällig, die sich sieben Monate oder länger in Kurzarbeit befinden. Er liegt dann bei 80 Prozent, bei Arbeitnehmern mit Kindern bei 87 Prozent. Bislang waren diese Corona-bedingten Maßnahmen bis Ende des Jahres befristet.

Die Pläne für die Verlängerung sind laut "Bild am Sonntag" in einem Konzept enthalten, das Arbeitsminister Heil dem Koalitionsausschuss am Dienstag vorlegen will. Eine Ministeriumssprecherin wollte die Pläne auf Nachfrage des ARD-Hauptstadtstudios zunächst nicht bestätigen, man befinde sich in laufenden Gesprächen.

Kurzarbeit als wichtiges Mittel um die Krise zu überstehen

Aus Sicht der Bundesregierung ist die Kurzarbeit eines der wichtigsten Werkzeuge, um ein unkontrolliertes Abgleiten der Menschen in die Arbeitslosigkeit wegen der Corona-Krise zu verhindern.

Grundsätzlich kamen auch aus der Union zuletzt zustimmende Signale zu einer Verlängerung der neuen Regelungen. Bei diesem Satz des Ministers allerdings zogen Arbeitgeber-Vertreter die Augenbrauen hoch: Heil sagte: "Mein Ziel ist auch, dass, wenn wir Kurzarbeiter weiter sinnvoll einsetzen, es auch mit Qualifizierung, mit Weiterbildung zu verknüpfen."

Heil will Betriebe mit Erleichterungen bei Sozialversicherungen überzeugen

Der Staat dürfe das nicht verordnen, Weiterbildung sei Sache der Betriebe, findet man hingegen bei der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände. Dem Medienbericht zufolge versucht Arbeitsminister Heil die Betriebe nun damit zu ködern, dass der Staat die Sozialversicherungsbeiträge bis März 2022 komplett übernimmt, wenn Unternehmen Kurzarbeiter weiter ausbilden.

Nach Schätzung des Ministeriums kann die Streckung des Kurzarbeitergelds von derzeit zwölf auf 24 Monate bis zu zehn Milliarden Euro kosten. Diese Zahl ist aber abhängig davon, wie viele Beschäftigte in den kommenden Monaten von Kurzarbeit betroffen sein werden.

© BR

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