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© ARD / Kai Küstner
Bildrechte: Michael Kappeler/dpa

Kundus - letzte Bundeswehrsoldaten sind raus

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Kundus-Abzug: Letzte Bundeswehrsoldaten haben Standort verlassen

Die letzten noch am nordafghanischen Standort Kundus verbliebenen deutschen Soldaten haben diesen heute verlassen. Völlig eingestellt werden soll die Ausbildungsmission aber nicht.

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Von
  • Kai Küstner

Sämtliche der zuletzt noch rund 100 verbliebenen Bundeswehr-Soldaten sind nun ausgeflogen, eine dauerhafte deutsche Militärpräsenz wird es dort nun nicht mehr geben - das bestätigt das Einsatzführungskommando in Potsdam dem ARD-Hauptstadtstudio. Es ist eine Ära, die im nordafghanischen Kundus zu Ende geht.

Keine Stationierung mehr, dafür "fliegende Beratung"

"Camp Pamir", so nennt sich das Bundeswehrcamp in Kundus, das an ein afghanisches Feldlager angedockt ist. Das aber nicht vollkommen aufgegeben werden soll: Um die einheimischen Sicherheitskräfte weiter unterstützen zu können, sollen die Deutschen jeweils bei Bedarf per Helikopter eingeflogen werden, bestätigt ein Sprecher des Einsatzführungskommandos in Potsdam dem ARD-Hauptstadtstudio. "Fly to advise" – Fliegen um zu beraten, so wird diese Praxis im Bundeswehrjargon genannt.

Kundus: eine gefährliche Mission

Kundus galt jahrelang als einer der wichtigsten, aber auch gefährlichsten Standorte der Deutschen in Nordafghanistan. In den Jahren 2009/2010 etwa wurden Bundeswehr-Soldaten hier fast täglich in Gefechte mit den Taliban verwickelt. Im September 2009 befahl ein deutscher Oberst den Abwurf von zwei Bomben auf von Islamisten entführte Tanklaster, bei dem auch Dutzende Zivilisten starben. Am Karfreitag 2010 wurden deutsche Soldaten in das schwerste Gefecht seit Bestehen der Bundeswehr verwickelt, vier Bundeswehr-Soldaten kamen ums Leben.

2013 dann – zehn Jahre nach dem Beginn des Einsatzes in Kundus - erfolgte der Abzug aus dem dortigen Feldlager. Trotzdem blieben die Deutschen in der Provinz weiter dauerhaft präsent – bis heute.

Abzug keine Reaktion auf Trump

Die Entscheidung, auch das Camp Pamir aufzugeben, traf der Kommandeur der NATO-Ausbildungs-Mission 'Resolute Support' bereits im Spätsommer. Mit der von Präsident Trump verkündeten Verringerung der US-Truppen in Afghanistan auf 2.500 Soldaten bis Mitte Januar hängt sie also nicht zusammen. Der - mit den Bündnispartnern und der Bundesregierung nicht abgestimmte - Beschluss des scheidenden US-Präsidenten hatte Spekulationen darüber ausgelöst, ob die Deutschen unter diesen Umständen überhaupt noch in Nordafghanistan bleiben können.

Denn die Bundeswehr ist darauf angewiesen, dass die US-Truppen ihnen im Ernstfall mit Kampfjets als Luftunterstützung oder mit medizinischen Transportflügen zur Seite stehen. Beschlossen ist bislang noch nichts. "Wir müssen bewerten, wie die politische Entscheidung militärisch umgesetzt wird", sagt ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums auf Nachfrage.

Neuer NATO-Beschluss wohl erst im Februar

Kommende Woche werden sich die Außenminister der NATO mit dem Thema Afghanistan befassen. Es gilt jedoch mittlerweile als wahrscheinlich, dass die Entscheidung über einen endgültigen Abzug oder Verbleib der westlichen Truppen am Hindukusch über den 30. April 2021 hinaus erst im Februar fällt. Derzeit ist die Bundeswehr noch mit mehr als 1.200 Soldaten in Afghanistan – die meisten von ihnen am Standort Masar-i-Sharif.

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