Eine Schülerin bei einer Abiturprüfung (Symbolbild).
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Kultusministerkonferenz: Das Abitur in Deutschland wird gleicher

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Kultusministerkonferenz: Das Abitur in Deutschland wird gleicher

Die Kultusministerkonferenz stellt die Weichen, dass die Abiture der Bundesländer bis 2030 vergleichbarer werden. So sollen etwa Studienplätze gerechter vergeben werden. Bis zu einem völlig einheitlichen Abitur ist es allerdings noch ein weiter Weg.

Über dieses Thema berichtet: BR24 im Radio am .

Die in den Ländern verschiedenen deutschen Abiture sollen ein Stück vergleichbarer werden, damit etwa die Vergabe von Studienplätzen gerechter wird. So hat die Kultusministerkonferenz (KMK) beschlossen, die zweijährige Qualifikationsphase vor den Abiturprüfungen in Deutschland einheitlicher zu gestalten. Zum Beispiel, was Anzahl und Gewichtung von Klausuren angeht.

So viel Einheitlichkeit habe es in diesem Bereich noch nie gegeben, sagte der Koordinator der SPD-Länder in der Kultusministerkonferenz (KMK), Hamburgs Schulsenator Ties Rabe, nach Abschluss der Beratungen der KMK am Freitag in Berlin.

Bald höchstens drei Leistungskurse

Außerdem sollen die Schülerinnen und Schüler nur noch zwei oder drei Leistungskurse belegen können und nicht mehr zwei bis vier. Bei zwei Leistungskursen werden diese doppelt gewichtet – das war bisher freigestellt.

Die gesellschaftswissenschaftlichen Fächer wie Geschichte oder Sozialkunde müssen künftig nicht mehr nur vier Jahre belegt werden, sondern mindestens sechs. Die naturwissenschaftlichen Fächer werden als Grundkurse künftig einheitlich dreistündig unterrichtet werden.

Änderungen gelten spätestens ab 2027

Die Änderungen in der Oberstufenstufenvereinbarung müssen bis spätestens 2027 für die Schülerinnen und Schüler erfolgen, die dann in die Einführungsphase eintreten. Das erste Abitur auf der Basis der Neuregelungen wird daher in den Ländern spätestens 2030 abgenommen.

Das Bundesverfassungsgericht hatte die Länder schon 2017 in einem Urteil auf eine höhere Vergleichbarkeit des Abiturs verpflichtet.

Bayern zufrieden mit der Entscheidung

Bayerns Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) ist mit dem gestrigen Beschluss der Kultusministerkonferenz zufrieden. Er sorge für mehr Vergleichbarkeit beim Abitur in Deutschland. Qualität und Anspruch des höchsten Schulabschlusses in Deutschland blieben dabei auf einem hohen Niveau, insbesondere das bayerische Abitur.

Der Freistaat sieht seinen Kurs durch die neuen Rahmenbedingungen bestätigt. Die neue Oberstufe des neunjährigen Gymnasiums in Bayern entspreche den künftigen KMK-Standards und könne damit wie geplant ab dem Schuljahr 2024/2025 umgesetzt werden. 

Reform in "Trippelschrittchen"

Zurückhaltender äußerte sich der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger. Er sprach von "Trippelschrittchen". Von einer echten Vergleichbarkeit sei man noch eine weite Wegstrecke entfernt. Abiturprüfungen seien nach wie vor nicht vergleichbar, weil die Aufgaben nicht identisch seien. 

Kein Durchbruch zu einheitlichem Abitur

Auch der Bildungsforscher Marko Neumann vom Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation in Frankfurt hatte gestern in der Bayern2-radioWelt gesagt, dass die geplanten Änderungen kein Durchbruch zu einem einheitlichen Abitur in Deutschland seien.

Seiner Einschätzung nach sind zwar alle Länder daran interessiert, dass das Abitur in Deutschland vergleichbarer wird, die "Gretchenfrage" aber sei , auf welches Niveau sie sich einigen. Da erwartet er noch einen jahrelangen Aushandlungsprozess zwischen den Ländern.

Bessere Förderung von sozial benachteiligten Schülern

Die Kultusminister haben sich auch auf einen Verteilerschlüssel für das Startchancen-Programm geeinigt. Damit sollen Schulen mit einem hohen Anteil sozial benachteiligter Schülerinnen und Schüler gefördert werden. Piazolo sagte, Bayern zeige sich solidarisch mit den Bundesländern, die einen besonders hohen Bedarf zur Unterstützung von sozial benachteiligten Schülerinnen und Schülern hätten. 

Mit Informationen von dpa

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