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Künstliche Intelligenz: Deutschland investiert Milliarden | BR24

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Bundesregierung will künstliche Intelligenz in Deutschland anschieben

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Künstliche Intelligenz: Deutschland investiert Milliarden

Die Bundesregierung will in Potsdam ein milliardenschweres Programm zur Förderung der Künstlichen Intelligenz anschieben. Von der Technik können beispielsweise autonom fahrende Autos profitieren, aber auch Medizintechnik und Sprachassistenten.

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Ende Juni lernt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ganz persönlich eine Künstliche Intelligenz kennen. Sie heißt Sophia, trägt ein navy-blaues Jackett und sucht den Blickkontakt. Sophia ist ein Roboter, gefüttert mit Künstlicher Intelligenz. Sophia kann deshalb etwas sehr Menschliches: Sie kommuniziert. "Danke Sophia, ich freue mich dich kennenzulernen", sagt Merkel mit leicht skeptischem Unterton. Sophia antwortet freundlich, sie fühle sich geehrt, die Möglichkeit zu haben, die Kanzlerin kennenzulernen.

"I’m so honored, to have an opportunity to meet you, chancellor." Roboter Sophia

Strategie zur künstlichen Intelligenz

Ein seltsames Gespräch auf einer Berliner Konferenz zur Künstlichen Intelligenz. Die Maschine will Merkel aufmuntern. Die DFB-Elf ist gerade bei der Weltmeisterschaft in Russland ausgeschieden. Später dann sagt Merkel: Man müsse kämpfen.

Allerdings geht es ihr nicht um Fußball. Es geht um eine technologische Aufholjagd gegenüber China und den USA. Passend dazu wird die Regierung bei ihrer Kabinettsklausur eine Strategie zur Künstlichen Intelligenz, kurz: KI, beschließen.

KI: Deutschland soll führend werden

Deutschland soll so weltweit führend werden, sagt Helge Braun (CDU), Chef des Bundeskanzleramtes. Die Regierung wolle, dass die Produkte cleverer werden. Deutschland stelle ja zum Beispiel Produktionstechnologie, Automobile und Medizintechnik her.

"In all diesen Branchen, wo wir stark sind, müssen wir auch Führer in der Digitalisierung sein, sonst können wir nicht Exportweltmeister bleiben." Helge Braun, Chef des Bundeskanzleramtes

Artificial Intelligence made in Germany

Die Bundesregierung will deshalb drei Milliarden Euro für Künstliche Intelligenz (KI) bis zur Mitte des kommenden Jahrzehnts bereitstellen, heißt es in der KI-Strategie der Bundesregierung, die bei der Digitalklausur des Bundeskabinetts in Potsdam beschlossen werden soll.

Die Bundesregierung geht darin von enormen Folgeinvestitionen aus. Im Entwurf heißt es:

"Die Hebelwirkung dieses Engagements auf Wirtschaft, Wissenschaft und Länder wird mindestens zur Verdoppelung dieser Mittel führen." Aus dem Entwurf für die Digitalstrategie

Ziel der Strategie ist es, im globalen Wettbewerb um KI-Forschung und -Anwendungen Anschluss zu halten: “Artificial Intelligence (AI) made in Germany‘ soll zum weltweit anerkannten Gütesiegel werden."

Künstliche Intelligenz: Risiken und Chancen

Künstliche Intelligenz kann nicht nur mit Menschen wie der Bundeskanzlerin kommunizieren. Künstliche Intelligenz sammelt vor allem Daten. Das kann einerseits helfen, beispielsweise in der Medizin: Krankheiten wie Krebs könnten frühzeitig erkannt werden. Oder sie könnte bei der Verkehrssteuerung unterstützen: Staus könnten der Vergangenheit angehören.

Andererseits drohen Risiken. Auch das sei ein Thema bei der Kabinettssitzung, betont die Staatsministerin für Digitales, Dorothee Bär (CSU). Es gebe Länder, in denen man beim Betreten der Arztpraxis quasi schon eine Einverständniserklärung abgebe, dass alle Daten zur Verfügung stehen. "Das wollen wir nicht, so soll es bei uns auch nicht laufen, aber wir wollen auch keine Abschottung, dass Daten, die bei uns generiert werden, überhaupt nicht genutzt werden können."

Grüne wollen europäische Strategie

Der Digitalisierungsexperte der Grünen, Dieter Janecek, sagt, Deutschland müsse deshalb erstens offensiver und zweitens internationaler agieren.

"Man braucht einen klaren ethischen Rahmen. Man braucht ein Ziel und man braucht eine gute Forschung dafür, die vernetzt ist. Am besten gesamteuropäisch." Dieter Janecek, Die Grünen

Sonst machten es die Chinesen, machten es die Amerikaner, sorgt sich der Digitalisierungs-Politiker aus München. "Und die machen es zu ganz anderen Standards, als die Europäer es wollen."

Bundesregierung kommt vielleicht schon zu spät

Die KI-Strategie der Bundesregierung zeigt, dass es das Kabinett ernst meint mit Künstlicher Intelligenz. Vielleicht kommt der Schritt gerade noch rechtzeitig, um international aufzuholen – damit die Bundeskanzlerin nicht wie im Juni von einem Roboter aufgemuntert werden muss.