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Kündigung brutal: Eigenbedarf als schärfste Waffe gegen Mieter | BR24

© pa / dpa / Stephan Jansen

Kündigungsschreiben wegen Eigenbedarfs

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    Kündigung brutal: Eigenbedarf als schärfste Waffe gegen Mieter

    Wenn Spekulanten ein Haus gekauft haben, in dem noch günstige Mieten gelten, dann wollen sie die Altmieter möglichst rasch loswerden. Die Eigenbedarfskündigung ist dabei oft das Mittel der Wahl - und wird immer häufiger angewendet.

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    Aus der Wohnung geschmissen wegen Eigenbedarf: In Berlin, Hamburg und München - überall beobachten Mietervereine eine rasante Zunahme dieser Art von Kündigungen.

    "Die Eigenbedarfskündigung ist eine einfache Art, Mieter loszuwerden." Volker Rastätter, Geschäftsführer des Mietervereins München

    Fast ein gesamtes Haus wegen Eigenbedarf gekündigt

    In München hat ein Makler gleich fünf Parteien seines neu erworbenen Altbaus wegen Eigenbedarf gekündigt. Begründung: Er brauche den Wohnraum für sich, seine Lebensgefährtin und das gemeinsame Kind, für einen weiteren Sohn, für seine Tochter und auch für seine Mutter.

    Manche Mieter sind gleich zweimal wegen Eigenbedarf gekündigt worden, andere werden zusätzlich auch noch mit Verwertungskündigungen drangsaliert.

    Gesetz wird großzügig ausgelegt

    Gerichte legen das Recht auf Eigenbedarf meist großzügig zugunsten des Vermieters aus. Deswegen sind mittlerweile nicht einmal mehr alte Menschen vor solchen Kündigungen sicher. Ein 89-Jähriger soll jetzt nach 44 Jahren seine Wohnung räumen.

    "Ich würde hier praktisch die zweite Heimat verlieren, zum zweiten Mal. Schlesien war die erste Heimat mit 15 und mit 90 die zweite Heimat in München." Rudolf Kluge, Rentner

    Politik hat das Problem ignoriert

    Mieterverbände schlagen Alarm, aber die Politik hat das Problem lange ignoriert:

    "Es gibt eine unklare Rechtslage und viele Lücken im Gesetz. Da muss also dringend was geschehen." Caren Lay, Bundestagsfraktion Die Linke

    Union und FDP sehen jedoch keinen Handlungsbedarf. Das Problem sei, dass zu wenige Wohnungen gebaut würden. Neubau schützt allerdings Mieter günstiger Altbauwohnungen nicht vor Verdrängung, wie der Fall in München zeigt.

    Er wolle ja investieren, das Haus aufstocken, sanieren und so neuen Wohnraum schaffen, argumentiert der Vermieter gegenüber dem ARD-Politmagazin report München. Die Eigenbedarfskündigungen seien berechtigt, er habe schließlich viele Kinder.