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Das Landgericht Leipzig verurteilte den angeklagten ehemaligen Elitesoldat nun zu zwei Jahren auf Bewährung.

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    KSK-Soldat wegen Waffenbesitzes zu Bewährungsstrafe verurteilt

    Weil ein Elitesoldat der Bundeswehr jahrelang illegal Waffen und Munition in seinem Garten lagerte, hat ihn das Landesgericht Leipzig jetzt zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt. Der Mann wurde mittlerweile vom Dienst suspendiert.

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    Von
    • Markus Wolf

    Seit Jahren kämpft die Deutsche Bundeswehr gegen Negativschlagzeilen: Als zu veraltet, zu langsam, zu bürokratisch wird sie oft kritisiert. Dazu der Skandal um verschwundene Waffen und Munition innerhalb der Truppe. In so einem Fall hat das Landgericht Leipzig jetzt einen ehemaligen Soldaten der Eliteeinheit Kommando Spezialkräfte (KSK) verurteilt. Der Mann hatte jahrelang Ausrüstung gehortet und sie in seinem Garten vergraben.

    Zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt

    In Kisten, Eimern und Säcken hatte der Oberstabsfeldwebel der 2. Kompanie des KSK ein gefährliches Arsenal in seinem Garten in Collm (Landkreis Nordsachsen) vergraben: Zwei Kilogramm professionellen Sprengstoff, mehrere Tausend Stück Gewehr- und Pistolenmunition, ein Sturmgewehr AK47, eine Armbrust, eine Nebelhandgranate sowie Schusswaffen und Waffenteile.

    Das Gericht sprach den suspendierten Soldaten deshalb wegen Verstößen gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz, das Waffengesetz und das Sprengstoffgesetz schuldig. Das Urteil des Richter: Zwei Jahre auf Bewährung. Der Vertreter der Generalstaatsanwaltschaft Dresden hatte zuvor zweieinhalb Jahre Haft gefordert. Die Verteidigung plädierte auf höchstens zehn Monate Haft. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

    Auch diverse NS-Devotionalien gefunden

    Bei der Durchsuchung auf dem Grundstücke des Angeklagten hatten die Ermittler im Mai 2020 zudem Schriften mit rechtsextremen Inhalten entdeckt. Nach umfangreichen Ermittlungen war dem Angeklagten aber kein rechtsradikaler Hintergrund nachgewiesen worden. Zuvor hatte es einen entsprechenden Hinweis des Militärischen Abschirmdiensts (MAD) gegeben.

    Angeklagter war geständig

    Der Soldat räumte zum Prozessauftakt im Januar ein, ein Waffenlager angelegt zu haben. Der 46-Jährige begründete dies unter anderem damit, dass er die Waffen und die Munition zur Ausbildung der Soldaten benötigt habe, weil es bei der Bundeswehr oft Engpässe bei der Ausrüstung gegeben habe. Das Sturmgewehr wollte er nach eigenen Angaben zur Dekoration verwenden.

    Der Angeklagte war nach der Razzia im Mai in Untersuchungshaft genommen genommen worden. Ende November kam er zunächst wieder auf freien Fuß.

    Kritik an Bundeswehr reißt nicht ab

    Die Elitetruppe KSK war im vergangenen Jahr durch mehrere Enthüllungen über rechtsextreme Vorfälle erschüttert worden. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) ordnete daraufhin eine grundlegende Reform der Einheit an. Zuletzt sorgte die Affäre um den KSK-Kommandeur Markus Kreitmayr und die von ihm angeordnete Munitionsamnestie für Schlagzeilen.

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