BR24 Logo
BR24 Logo
Deutschland & Welt

Kritik an Holocaust-Aussagen von Extinction Rebellion Mitgründer | BR24

© dpa-Bildfunk/ Andres Pantoja

Extinction Rebellion Mitbegründer Hallam.

Per Mail sharen
Teilen

    Kritik an Holocaust-Aussagen von Extinction Rebellion Mitgründer

    Nach den Holocaust-Äußerungen des Extinction Rebellions Mitbegründers Hallam hat sich der deutsche Ableger des Klimaprotestbündnisses scharf von ihm distanziert. Auch deutsche Politiker reagierten empört.

    Per Mail sharen
    Teilen

    Einer der Mitbegründer der internationalen Klimaschutzbewegung Extinction Rebellion, Roger Hallam, hat den Holocaust relativiert. Der deutsche Ableger des Klimaprotestbündnisses bezeichnete die Aussagen als "nicht tragbar". Dies treffe auf den Inhalt, sowie auch auf die Ausdrucksweise zu, erklärte das Presseteam der Umweltbewegung. Dasselbe gelte für alle seine weiteren Aussagen zu Themen wie Demokratie, Rassismus und Sexismus. Hallam sei bei der Bewegung in Deutschland nicht mehr willkommen.

    Hallam relativiert Holocaust-Ereignisse

    In einem am Mittwoch veröffentlichten Interview der "Zeit" bezeichnete Hallam den Holocaust als "fast ein normales Ereignis". Der Brite sagte der Zeitung, Genozide habe es in den vergangenen 500 Jahren immer wieder gegeben. Als Beispiele nannte der 53-Jährige Gräueltaten in China und im Kongo. Der vor rund 70 Jahren von den Deutschen an europäischen Juden verübte Holocaust sei "just another fuckery in human history". Der betont vulgäre englische Ausdruck lässt sich dabei, laut der Nachrichtenagentur AFP, ungefähr mit "nur ein weiterer Schwachsinn in der Menschheitsgeschichte" übersetzen. Die "Zeit" selbst übersetzte diesen mit "nur ein weiterer Scheiß".

    Umgehende Kritik von deutschen Politikern

    Bundesaußenminister Heiko Maas reagierte auf Twitter empört auf die Aussage und erklärte: "Der Holocaust ist mehr als Millionen Tote und grausame Foltermethoden. Jüdinnen und Juden industriell zu ermorden und ausrotten zu wollen, ist einzigartig unmenschlich. Das muss uns immer bewusst sein, damit wir sicherstellen: nie wieder!" Der Bundesvorsitzende der Grünen, Robert Habeck, reagierte und forderte auch andere Ableger der Extinction Rebellion Bewegung dazu auf, sich von Hallem loszusagen. Der "Bild"-Zeitung sagte er, die Bewegung "muss sich in Gänze glasklar von ihm distanzieren".

    Hallam gilt als das bekannteste Gesicht der Umweltbewegung Extinction Rebellion. Er ist Mitbegründer der Bewegung in Großbrittanien. Diese macht mit Protestaktionen für den Klimaschutz inzwischen in vielen Ländern auf sich aufmerksam.