Eine Nato-Flagge weht im Wind.
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Die Ukraine sollte Nato-Mitglied sein, sagt die Politologin Stefanie Babst in "Dossier Politik" vom Bayerischen Rundfunk.

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Krisen-Expertin Babst: Ukraine in die Nato aufnehmen

Es sei ein Fehler gewesen, die Ukraine nicht in die Nato aufzunehmen, sagt die Politologin Stefanie Babst. Sie arbeitete 22 Jahre lang in Führungspositionen der Nato, jetzt fordert sie einen Kurswechsel vom Nato-Bündnis und von Deutschland.

Über dieses Thema berichtet: Dossier Politik am .

Soll die Ukraine in die Nato aufgenommen werden oder nicht? Auch das wird kommende Woche Thema beim NATO-Gipfel im litauischen Vilnius sein. Die Politologin Stefanie Babst war als ranghöchste deutsche Nato-Mitarbeiterin für die Krisenvorausschau des Militärbündnisses zuständig und schon 2008 beim Nato Gipfel dabei.

Damals war der Ukraine zwar eine Mitgliedschaft in Aussicht gestellt worden, aber nicht sofort. Das habe die Ukraine in eine sicherheitspolitische Grauzone gebracht. Es sei ein Fehler gewesen, die Ukraine nicht in die Nato aufzunehmen. Stefanie Babst befürchtet, dass sich das Bündnis wieder nicht auf eine baldige Mitgliedschaft der Ukraine einigt.

Insiderin: Toxischer Putinismus bedroht Europa

Nach Ansicht der Nato-Insiderin, die das Buch "Sehenden Auges: Mut zum strategischen Kurswechsel" geschrieben hat, muss sich der Westen klar hinter die Ukraine stellen und aktiv darauf hinarbeiten, dass es in Russland zu einem Systemwechsel kommt. Stefanie Babst ist überzeugt, Russland müsse aktiv zurückgedrängt und in seinem Aktionsradius beschränkt werden.

Die Politikberaterin Stefanie Babst sagt in der Sendung "Dossier Politik im Bayerischen Rundfunk: "Auch wenn das in Deutschland kein akzeptiertes Vokabular ist, wir sollten vor einem Regimechange in Russland keine Angst haben. Wir wollen ja, dass dieser Putinismus verschwindet, weil er für uns und auch für die Ukraine absolut toxisch ist."

Russlands Krieg in der Ukraine: "Wir sind nicht nur Zaungast"

Deshalb müsse Deutschland endlich einsehen, dass es im Ukraine-Krieg zwar völkerrechtlich keine Kriegspartei sei. Aber eben trotzdem direkt Betroffener. "Wir sind nicht nur Zaungast", sagt Babst, niemand könne wollen, dass "der zweitgrößte Staat in Europa systematisch zerstört wird".

Für die Nato-Expertin ist klar - solange Putin in Russland an der Macht ist, wird es keine europäische Sicherheit geben.

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