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"Kriminelles Unternehmen": Trump attackiert Biden-Familie | BR24

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Die eine Hälfte der USA spricht über die Corona-Pandemie, die andere über einen angeblichen Laptop von Hunter Biden, dem Sohn des Präsidentschaftsbewerbers Joe Biden. Die Daten darauf sollen Korruption belegen – doch die Quelle ist dubios.

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"Kriminelles Unternehmen": Trump attackiert Biden-Familie

Die eine Hälfte der USA spricht über die Corona-Pandemie, die andere über einen angeblichen Laptop von Hunter Biden, dem Sohn des Präsidentschaftsbewerbers Joe Biden. Die Daten darauf sollen Korruption belegen – doch die Quelle ist zweifelhaft.

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Wie innerlich zerrissen die USA im Zeitalter von Präsident Donald Trump sind, das wird jetzt, auf der Zielgeraden des Wahlkampfes, noch einmal so richtig deutlich. Für das liberale Amerika gibt es kein wichtigeres Thema als die Corona-Krise. Das konservative Amerika jedoch beschäftigt sich gerade mit angeblicher Korruption innerhalb der Familie von Joe Biden.

Ein Thema, mit dem auch Präsident Trump lautstark von der Debatte über sein umstrittenes Krisenmanagement ablenkt. So wird das Rennen um das Weiße Haus zum Abschluss noch einmal so richtig hässlich.

Trump-Anhänger: "Lock him up!" statt "Lock her up!"

Wenn Trump dieser Tage bei Wahlkampfveranstaltungen auftritt, dann klingt das fast wie 2016: Vor vier Jahren skandierten seine Anhänger: "Lock HER up!" ("Sperrt SIE ein!")“, - und meinten Hillary Clinton. In dieser Wahlsaison skandieren sie: "Lock HIM up!" - und meinen Joe Biden.

"Joe Biden war schon immer ein korrupter Politiker", behauptet Trump, "seine Familie ist ein kriminelles Unternehmen!" Wie schon 2016 geht es um geleakte E-Mails: diesmal aus der elektronischen Feder von Hunter Biden, dem Sohn von Joe Biden. Diese E-Mails belegen in der Lesart des Trump-Lagers, dass Biden junior bei seinen Geschäftsbeziehungen ins Ausland, vor allem in die Ukraine und nach China, vom Namen und vom Status seines Vaters, des damaligen Vizepräsidenten, profitiert hat - und zwar erheblich. Das Weiße Haus verlangt Aufklärung.

Angeblich belastender Laptop aus zweifelhafter Quelle

"Joe Biden behauptet, er habe niemals mit seinem Sohn Hunter über dessen Geschäfte gesprochen", sagt Mark Meadows, Trumps Stabschef, "jetzt wissen wir aus den E-Mails, dass das nicht stimmt."

Die Quelle dieser E-Mails ist ausgesprochen dubios: Sie stammen angeblich von Hunter Bidens Laptop. Dieser Laptop soll in Reparatur gewesen sein und bei dieser Gelegenheit habe der beauftragte Techniker eine Kopie der Festplatte gezogen. Diese Kopie wiederum hat Trumps Anwalt Rudy Giuliani einem Trump-freundlichen Boulevardblatt zugespielt.

Trump nennt den ominösen Rechner bei jeder Gelegenheit den "Laptop aus der Hölle". Hunter Bidens E-Mails jedenfalls - wenn sie denn von ihm stammen - beschäftigen unterdessen auch den Kongress. Die Republikaner wollen die Korruptionsvorwürfe sowohl vom Senat, als auch vom Repräsentantenhaus untersuchen lassen.

Demokraten: "Wahlmanipulation aus Russland"

Der Abgeordnete James Comer aus Kentucky unterstrich, dass seine Partei auch im Falle eines Wahlsiegs von Joe Biden nicht locker lassen wolle. "Wir werden die Bidens zur Verantwortung ziehen, wenn sie sich etwas zuschulden haben kommen lassen", so Comer. Die Trump-freundlichen Medien in den USA kennen seit Tagen kaum mehr ein anderes Thema.

Die Demokraten behaupten dagegen, es handele sich um eine weitere Wahlmanipulation durch Russland. Ein Verdacht, den der oberste Geheimdienstkoordinator der Trump-Regierung, John Ratcliffe, umgehend zurückwies: "In aller Deutlichkeit: Die Geheimdienste glauben nicht, dass Moskau dahintersteckt", sagt Ratcliffe, "darauf gibt es keinerlei Hinweise".

Justizminister soll vermeintlichen Skandal beleuchten

Trump will nun seinen Justizminister Bill Barr auf den vermeintlichen Skandal ansetzen. Und er wird vermutlich versuchen, Biden, bei der letzten Fernsehdebatte am Donnerstag, mit den Korruptions-Anschuldigungen unter Druck zu setzen.

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