BR24 Logo
BR24 Logo
BR24 - Hier ist Bayern
© dpa Bildfunk
Bildrechte: dpa Bildfunk

Eine getrocknete Hanfknospe liegt in einer Metallschale

117

    Kriminalbeamte bezeichnen Cannabis-Verbot als überholt

    Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) schlägt vor, den Besitz eines Joints nur noch mit einem Bußgeld zu bestrafen. Das Cannabis-Verbot bezeichnet der Vorsitzende des Verbands Dirk Peglow als überholt.

    Von
    Gabriel WirthGabriel Wirth
    117

    Der kommissarische BDK-Vorsitzende Dirk Peglow hat sich in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" dafür ausgesprochen, den Besitz von Cannabis zu entkriminalisieren. Der Besitz eines Joints solle mit einem Bußgeld bestraft werden - wie etwa wenn man zu schnell mit dem Auto fahre, so Peglow.

    Zum Artikel: Cannabis - Wie gefährlich ist die Droge?

    "Cannabis-Verbot ist überholt"

    Der BDK-Chef Peglow wies daraufhin, dass trotz des jahrzehntelangen Verbots und der Polizeiarbeit immer mehr statt weniger Cannabis konsumiert werde. Da müsse man sich einfach der Realität stellen. Das Verbot ist seiner Ansicht nach historisch gewachsen und sollte reformiert werden.

    "Man muss sich dann natürlich über die Höchstmengen unterhalten, weil wir nach wie vor dafür eintreten, den illegalen Handel mit Rauschgift nachhaltig zu verfolgen." BDK-Chef Dirk Peglow

    Als Beispiel nennt der Kriminalbeamte Portugal. Dort sind für Cannabis als Höchstgrenze etwa 30 Gramm festgelegt. Dadurch werde Personal, aber auch Geld frei, das in die Drogenprävention gesteckt werden könne. Nach Ansicht des BDK sollte auch der Besitz anderer Rauschgifte wie etwa Kokain und Heroin nur noch als Ordnungswidrigkeit eingestuft werden.

    Kriminalbeamte widersprechen Kollegen

    Die Polizeigewerkschaften GdP und DPolG haben sich dagegen strikt gegen eine Legalisierung ausgesprochen. So erklärte der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Oliver Malchow, vor Tagen in der "Neuen Osnabrücker Zeitung", dass es keinen Sinn mache, neben dem legalen, aber gefährlichen Alkohol die Tür für eine weitere gefährliche und oft verharmloste Droge zu öffnen. Es müsse endlich Schluss damit sein, den Joint schönzureden, sagte er. Der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt sieht in Cannabis nicht nur eine gefährliche Einstiegsdroge, sondern wegen der Unkontrollierbarkeit der Zusammensetzung insbesondere für junge Menschen eine Gefahr. Vor allem im Straßenverkehr befürchtet Wendt fatale Folgen.

    Politik diskutiert über Legalisierung

    Eine mögliche Legalisierung von Cannabis ist derzeit Thema bei den Beratungen der Ampel-Parteien. Grüne und FDP sprechen sich seit längerem für einen legalen, regulierten Handel aus. Die SPD schlägt eine regulierte Abgabe von Cannabis an Erwachsene in Modellprojekten vor. Diese sollten von Präventions- und Beratungsangeboten begleitet werden. CDU und CSU lehnen eine Legalisierung dagegen weiterhin kategorisch ab.

    "Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!

    Schlagwörter