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Kreuzweg mit dem Papst gegen Leiden der Migranten | BR24

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Vor dem Kolosseum in Rom hat Papst Franziskus mit Tausenden Gläubingen an die Leiden Jesu erinnert. In den Meditationstexten wurde die Not von Flüchtlingen thematisiert.

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Kreuzweg mit dem Papst gegen Leiden der Migranten

Papst Franziskus und Tausende Gläubige erinnerten am Karfreitag mit der traditionellen Kreuzwegprozession am Kolosseum an das Sterben Jesu. Im Mittelpunkt stand diesmal das Leiden von Migranten, besonders der Frauen.

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Die Texte für die Kreuzweg-Prozession stammen von der Ordensschwester Eugenia Bonetti. Sie ist Leiterin der Hilfsorganisation "Slaves no more" ("Keine Sklaven mehr"). Diese katholische Initiative engagiert sich gegen Gewalt gegen Frauen und kümmert sich um Migrantinnen, speziell solche, die in die Prostitution abgerutscht sind.

Appell gegen Gleichgültigkeit

In ihren Meditationen für den Kreuzweg beklagt die Ordensschwester laut den vorab vom Vatikan veröffentlichten Texten eine Gleichgültigkeit gegenüber den Toten im Mittelmeer und den Opfern von Menschenhandel. Das Golgatha der heutigen Zeit seien "Konzentrationslagern ähnliche Sammelcamps in Durchgangsländern, die Schiffe, denen ein sicherer Hafen verwehrt wird", heißt es. Gesellschaft, Regierungen, Gesetzgeber, Kirche und jeder einzelne werden in den Texten ermahnt, Verantwortung zu übernehmen.

"Unsere Gesellschaft ruft gleiche Rechte und Menschenwürde für alle aus. Aber sie praktiziert und toleriert Ungleichheit." Auszug aus den Meditationstexten

"Die Sahara füllt sich mit Skeletten"

Wüsten und Meere seien zu Friedhöfen geworden für "Männer, Frauen und Kinder, die wir nicht retten konnten oder wollten", so die Meditationen weiter: "Während Regierungen diskutieren, eingeschlossen in den Palästen der Macht, füllt sich die Sahara mit den Skeletten all jener, die Mühen, Hunger und Durst erlagen." Grausam werde "auf all jenen herumgetrampelt, die fliehen".

Würdigung für Rettungs-Organisationen

Zugleich würdigt Bonetti in ihren Texten den Einsatz von Rettern, die "in den vergangenen Monaten, besonders im Mittelmeer, ihr Leben aufs Spiel setzten für die Rettung von Familien, die Sicherheit und bessere Lebensmöglichkeiten suchten". Es gehe um Menschen auf der Flucht vor Armut, Diktaturen, Korruption und Sklaverei.

Weiter beklagen die Kreuzweg-Meditationen Zwangsprostitution und die Ausnutzung von Kindern und Minderjährigen, etwa durch Kinderarbeit und Organhandel. Menschenhandel müsse als "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" verfolgt werden, fordert Bonetti.

14 Stationen des Leidens

In der Via Crucis gehen in Anwesenheit des Papstes Gläubige im Kerzenschein symbolisch die 14 Stationen des Leidenswegs Jesu ab. Gestern hatte Franziskus mit einer Messe im Gefängnis in Velletri in der Nähe von Rom die Ostertage offiziell eröffnet. Dabei wusch der Papst 12 Häftlingen die Füße.