BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Kreml-Kritiker Nawalny will nach Moskau zurückkehren | BR24

© dpa/Pavel Golovkin

Alexej Nawalny, Oppositionsführer aus Russland

Per Mail sharen

    Kreml-Kritiker Nawalny will nach Moskau zurückkehren

    In Russland wurde Alexej Nawalny Opfer eines Giftanschlags - trotzdem will der Kremlgegner nun in seine Heimat zurückkehren. Am Sonntag soll er in Moskau landen. Dort drohen ihm mehrere Verfahren.

    Per Mail sharen
    Von
    • BR24 Redaktion

    Der russische Oppositionelle Alexej Nawalny will nach seiner Vergiftung und einer anschließenden Behandlung in Deutschland an diesem Sonntag nach Moskau zurückkehren. Er lande am 17. Januar mit einer Maschine der russischen Fluggesellschaft Pobeda, teilte er auf Twitter mit.

    Die Frage einer Rückkehr habe sich für ihn nie gestellt, weil er Russland nie selbst verlassen habe, schrieb der 44-Jährige. "Ich bin in einer Wiederbelebungskiste in Deutschland angekommen", meinte er mit Blick auf sein mehrwöchiges Koma nach dem Giftanschlag.

    In Russland droht ihm Justizverfolgung

    Der Putin-Gegner hatte stets erklärt, seine Arbeit in Russland fortsetzen zu wollen - und das, obwohl die russischen Behörden den Druck auf ihn zuletzt erhöht hatten. Erst am Dienstag war bekannt geworden, dass die Strafvollzugsbehörde den Oppositionellen wegen angeblich nicht erfüllter Bewährungsauflage ins Gefängnis bringen möchte. Ein entsprechender Antrag wurde bei einem Moskauer Gericht gestellt.

    Die Behörde hatte Nawalny kurz vor dem Jahreswechsel schriftlich aufgefordert, Auflagen einer früheren Strafe zu erfüllen und sich bei den russischen Behörden persönlich zu melden. Ansonsten drohe eine Inhaftierung. In dem Fall geht es um eine Verurteilung aus dem Jahr 2014. Nawalny schrieb dazu, die Bewährungsstrafe habe bereits am 30. Dezember vergangenen Jahres geendet.

    Nawalny überlebte Giftanschlag nur knapp

    Zudem gibt es Ermittlungen gegen den Regierungskritiker wegen angeblichen Betrugs. Das russische Ermittlungskomitee warf ihm vor, mit anderen Personen Spenden von umgerechnet 3,9 Millionen Euro an seinen Fonds zur Bekämpfung von Korruption für "persönliche Zwecke" verwendet zu haben - etwa für den Kauf von Eigentum und die Finanzierung von Urlaub. Nawalny weist die Vorwürfe zurück.

    Nawalny war im August in Sibirien mit dem Nervengift Nowitschok vergiftet worden. Nach dem Mordanschlag wurde er nach Berlin ausgeflogen, wo er an der Charité behandelt wurde. Er überlebte nur knapp. Zuletzt durchlief er in Deutschland eine Reha-Maßnahme. Nawalny wirft dem russischen Geheimdienst FSB vor, hinter seiner Vergiftung zu stecken. Russland bestreitet eine Verwicklung in den Fall.

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!