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Kreml-Kritiker Nawalny nach Vergiftung aus Krankenhaus entlassen | BR24

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Der Oppositionspolitiker Nawalny ist aus der Charité entlassen worden. Ob er weiterhin Schäden davon trägt, ist noch unklar.

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Kreml-Kritiker Nawalny nach Vergiftung aus Krankenhaus entlassen

Nach 32 Tagen in der Berliner Charité hat der Kreml-Kritiker Alexej Nawalny die Klinik verlassen können. Die Bundesregierung äußerte sich erfreut. Aber die Sanktionsfrage schwelt weiter.

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Die Bundesregierung ist "sehr erleichtert“, so formuliert es der Chefsprecher der Kanzlerin, Steffen Seibert. Nachdem die Berliner Charité mitgeteilt hatte, sie halte eine vollständige Genesung Alexej Nawalnys für möglich, er habe die Klinik verlassen können.

"Das ist sehr ermutigend, wir wünschen ihm weiterhin eine vollständige Genesung." Regierungssprecher Steffen Seibert

Noch ist offen, welche gesundheitlichen Folgeschäden die Veergiftung für Nawalny haben wird. Nach Informationen des ARD-Hauptstadtstudios wird der wohl prominenteste Kritiker von Russlands Präsident Putin weiter rund um die Uhr von der Berliner Polizei bewacht. Die Frage, wie lange Alexej Nawalny nun rein rechtlich in Deutschland bleiben darf, lässt sich nach Angaben der Bundesregierung pauschal nicht beantworten, es gebe da keine festen Fristen.

Folgen für die Beziehungen zu Russland unklar

Klar ist, dass der Fall Nawalny nach wie vor schwerwiegende Folgen für die deutsch-russischen und die europäisch-russischen Beziehungen nach sich ziehen könnte: Zwar hält sich die Bundesregierung zu möglichen Sanktionen noch bedeckt. Fest steht, dass Berlin eine gemeinsame Lösung mit den EU-Partner sucht. Auch Folgen für die deutsch-russische Ostseepipeline NordStream2 sind kein Tabu mehr. Doch erscheint ein Stopp der Rohrleitung zunehmend unwahrscheinlich. Vizekanzler Olaf Scholz, SPD, sagte der Augsburger Allgemeinen, für ihn komme ein Baustopp als Reaktion nicht in Frage.

Putin spekuliert über "Selbstvergiftung"

Für die Bundesregierung ist zweifelsfrei erwiesen, dass Nawalny in Russland mit dem Nervenkampfstoff Nowitschok vergiftet wurde. Auch Speziallabore in Frankreich und Schweden hatten diesen Befund untermauert. Deutsche Nachrichtendienste gehen davon aus, dass die Vergiftung durch staatliche russische Stellen und mit Billigung der russischen Führung erfolgt ist.

Derweil spekuliert Russlands Präsident Putin einem Bericht der französischen Zeitung Le Monde zufolge über eine Selbstvergiftung Nawalnys. Er könnte sich das Nervengift selbst verabreicht haben, mutmaßte Putin in einem Telefonat mit dem französischen Staatspräsidenten Macron. Merkels Chefsprecher Seibert rief Moskau heute noch einmal dazu auf, sich zu dem Verbrechen zu erklären.

Mitte August mit Vergiftungserscheinungen in Krankenhaus gekommen

Nawalny war am 20. August auf einem innerrussischen Flug kollabiert. Die Piloten landeten daraufhin außerplanmäßig im sibirischen Omsk, wo er in der örtlichen Klinik behandelt wurde. Am 22. August wurde er nach Deutschland ausgeflogen, wo er in der Charite behandelt wird. Deutschland und andere europäische Länder fordern von Russland die Aufklärung des Anschlags. Die russische Regierung sieht bislang keine Hinweise für einen Anschlag in Russland mit dem Gift aus der Nowitschok-Gruppe.

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Eine kurze Berührung - und das Nervengift Nowitschok schlägt zu. Die normalen Körperfunktionen können nicht mehr wie notwendig stattfinden. Oft endet eine Kontamination mit dem Tod. Wie wirken Nervengifte wie Nowitschok auf den Körper?

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