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Bildrechte: dpa-Bidlfunk

Kremel-Kritiker Alexej Nawalny wurde nach der Landung in Moskau von der Polizei festgenommen.

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Kreml-Kritiker Nawalny nach Ankunft in Russland festgenommen

Vor wenigen Monaten wurde der russische Kreml-Kritiker Alexej Nawalny Opfer eines Giftanschlags - nun ist er zurück in seine Heimat gereist. Der 44-Jährige landete am Sonntag in Moskau, wo er direkt von der Polizei festgenommen wurde.

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  • BR24 Redaktion

Der Kreml-Kritiker Alexej Nawalny ist nach seiner Landung in Moskau noch am Flughafen festgenommen worden. Der 44-Jährige sei an der Passkontrolle abgeführt worden, meldete der Telegram-Kanal des Oppositionellen. Russlands Strafvollzug hatte ihn zur Fahndung ausgeschrieben, weil er während seines Aufenthaltes in Deutschland gegen Bewährungsauflagen in einem früheren Strafverfahren verstoßen haben soll.

Flugzeug wurde auf anderen Flughafen umgeleitet

Zuvor war Nawalnys Flugzeug kurzfristig umgeleitet worden und hatte von Deutschland kommend Scheremetjewo im Nordwesten Moskaus angesteuert. Die Polizei nahm auch mehrere seiner Unterstützer am anderen Moskauer Flughafen Wnukowo fest. Dort hätte der Flug aus Berlin ankommen sollen.

Vor dem Start des Fluges am Nachmittag hatte Nawalny gesagt, er habe keine Angst vor einer Festnahme in Russland, weil er unschuldig sei. Er habe als russischer Bürger das Recht in seine Heimat zurückzukehren. Dabei dankte er der Bundesrepublik Deutschland, wo er nach dem Giftanschlag in der Berliner Charité behandelt worden war.

Anhänger wollten Nawalny großen Empfang bereiten

Nawalny hatte Unterstützter dazu aufgerufen, ihn am Flughafen Wnukowo "abzuholen." Auf Facebook hatten 2.000 angekündigt trotz klirrender Kälte und Temperaturen von minus 20 Grad zu kommen. Aus St. Petersburg hatten sich Oppositions-Aktivisten angekündigt, die aber von der Polizei aufgehalten wurden. Unter den Festgenommenen auf dem Flughafen Wnukowo waren auch Nawalnys engste Mitarbeiterin, die Juristin Ljubow Sobol, sowie weitere Aktivisten.

Gegner hatten ebenfalls "Empfang" geplant

Auch Gegner Nawalnys wollen kommen. Eine nationalistische Gruppe kündigte an, Nawalny mit Seljonka, einer in Russland als Antiseptikum verwendeten grünen Flüssigkeit, zu empfangen. Bereits früher hat es einen Anschlag auf Nawalny mit dieser Flüssigkeit gegeben.

Vergiftungsvorwurf gegen russischen Geheimdienst

Im August war auf den 44-jährigen bekannten russischen Oppositionellen Nawalny ein Mordanschlag mit einem Nervengift verübt worden. Er wurde daraufhin nach Deutschland ausgeflogen und konnte dort erfolgreich behandelt werden. Nach Analysen in Laboren in Deutschland, Frankreich und Schweden war der Nervenkampfstoff Nowitschok als Gift identifiziert worden, mit dem Nawalny hätte ermordet werden sollen. Dass es sich dabei um einen Kampfstoff der ehemaligen Sowjetunion handelt, bestätigte die Organisation für ein Verbot von Chemiewaffen (OPCW).

Nawalny wirft dem russischen Geheimdienst vor, für die Vergiftung verantwortlich zu sein. Die russische Regierung bestreitet jede Beteiligung an dem Anschlag.

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