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Krebsexpertin warnt vor Bürokratie und Geldmangel

EU-Regeln und fehlende Mittel behindern die Forschung in der Kinderkrebsmedizin, warnt Prof. Dr. Angelika Eggert anlässlich des Krebskongresses am Mittwoch in Berlin. "Das finden wir dramatisch", sagt Kongress-Präsidentin Eggert dem BR.

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Krebstherapien bei Kindern werden im Rahmen von unabhängigen klinischen Studien entwickelt, so Eggert, die Ärztin an der Berliner Charité ist. Wegen der hohen medizinischen Standards sind die Heilungschancen groß. Acht von zehn Kindern, die an Krebs erkranken, werden wieder gesund. Auch das Kinderkrebsregister trägt dazu bei, dass erfolgreiche Therapien flächendeckend eingesetzt werden.

Ein Krebsregister auch für Erwachsene

Im Gegensatz dazu gibt es für Erwachsene kein Krebsregister. Damit sei es schwierig festzustellen, welche Behandlungen zum Erfolg führen.

„Wir brauchen einheitliche Therapien und ein Krebsregister auch für Erwachsene.“ Angelika Eggert, Krebsexpertin

Studien sind zu teuer

Seit etwa zehn Jahren gibt es neue EU-Vorschriften für klinische Studien. Dadurch seien die Versuche mit Kindern sehr viel teurer geworden. Für innovative Therapien sei das dramatisch, beklagt Eggert. Hinzu kommt, dass die Behandlung von Kindern nicht ausreichend vergütet wird. Von 58 Kinderkrebszentren in Deutschland schreiben 50 rote Zahlen, so die Expertin: „Kinder haben keine Lobby“.

Bei den Kindern wird geknausert

In der Gesundheitspolitik würden die Therapien von Kindern an denen der Erwachsenen gemessen. Allerdings sei die Behandlung von Kindern in der Regel ein Drittel teurer. Denn Kinder brauchen eine intensivere Betreuung „sie können oft nicht sagen, was ihnen weh tut“. Da bräuchten  Ärzte und Pflegepersonal mehr Zeit und Geduld.

(Quelle: Bayern 2 - IQ Wissenschaft und Forschung. 24.02.2016. 18:05 Uhr)