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Krawalle: Viele Verletzte bei Protesten in Barcelona | BR24

© ARD

In Barcelona haben mehrere tausend Menschen gegen eine Sitzung der spanischen Zentralregierung protestiert. Dabei kam es zu Zusammenstößen zwischen Anhängern von katalanischen Unabhängigkeitsgruppen und der Polizei.

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Krawalle: Viele Verletzte bei Protesten in Barcelona

Die Sitzung des spanisches Kabinetts in Barcelona sollte eine Geste der Versöhnung sein. Doch die Katalanen empfanden dies als Provokation. Tausende protestierten. Dabei kam es zu Ausschreitungen. 60 Menschen wurden verletzt.

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Tausende katalanische Demonstranten haben aus Protest gegen ein Treffen der spanischen Regierung in Barcelona Straßen in der gesamten Region blockiert. Laut katalanischen Behörden haben sie eine wichtige Autobahn und Dutzende Straßen gesperrt und so den Verkehr nach und aus Barcelona blockiert.

In Barcelona selbst lieferten sich militante Demonstranten gewaltsame Auseinandersetzungen mit den Sicherheitskräften. Sie griffen sie mit Steinen, Metallteilen, Flaschen und Feuerwerkskörpern an. Mehr als 60 Menschen wurden nach Behördenangaben verletzt, unter ihnen 35 Polizisten. 13 Demonstranten wurden festgenommen. Etwa 9.000 Polizisten waren im Einsatz.

Bereits am frühen Morgen hatten Aktivisten zwei Autobahnen und mehrere Zufahrtsstraßen nach Barcelona blockiert. In der Nähe des Tagungsorts der Ministerrunde versammelten sich später Tausende Demonstranten zu friedlichen Protesten. Sie forderten auf Spruchbändern ein Ende der spanischen "Besatzung".

Sánchez Vorhaben - für die Katalanen eine Provokation

Mit der Verlegung der wöchentlichen Kabinettssitzung nach Barcelona wollte der spanischen Regierungschef Pedro Sánchez aus seiner Sicht ein Zeichen zur Deeskalation im Katalonien-Konflikt setzen. Doch in der Regionalhauptstadt stieß er damit auf breite Ablehnung. Befürworter eines unabhängigen Kataloniens werteten die Kabinettssitzung in Barcelona als "Provokation".

Suche nach gemeinsamer Lösung

Bereits am Donnerstag war Sánchez zum zweiten Mal mit dem für die Unabhängigkeit Kataloniens eintretenden Regionalpräsidenten Quim Torra zusammengetroffen. Sie hatten vereinbart, gemeinsam eine Lösung für die politische Krise zu suchen, die durch ein in Katalonien abgehaltenes verfassungswidriges Unabhängigkeitsreferendum im vergangenen Jahr ausgelöst wurde. Die Regionalregierung unterstützte friedliche Proteste gegen Sánchez.

Eine Lösung des Konflikts ist aber nach der Zuspitzung durch das verfassungswidrige Unabhängigkeitsreferendum vom 1. Oktober 2017 nicht in Sicht. 18 Politiker und Aktivisten werden unter anderem der Rebellion, des Aufruhrs und der Unterschlagung beschuldigt und müssen sich in den nächsten Wochen und Monaten bei drohenden Haftstrafen von bis zu 25 Jahren vor Gericht verantworten.