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Krankschreibung: Nun auch per Videosprechstunde möglich | BR24

© dpa/pa/Monika Skolimowska

Symbolbild: Videosprechstunde beim Arzt

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    Krankschreibung: Nun auch per Videosprechstunde möglich

    Sich mit einer Erkältung oder anderen Problemen zum Arzt schleppen - das muss nicht mehr sein. Patienten können sich künftig per Videosprechstunde krankschreiben lassen. Eine Voraussetzung: Der Versicherte ist der behandelnden Arztpraxis bekannt.

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    Patienten und Patientinnen können sich künftig per Videosprechstunde vom Arzt krankschreiben lassen. Voraussetzung ist, dass der Versicherte der behandelnden Arztpraxis bekannt ist und die Erkrankung eine Untersuchung per Videosprechstunde zulässt. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss von Spitzenvertretern der Ärzte, Krankenkassen und Krankenhäuser beschlossen. Allerdings: Ein Anspruch der Versicherten auf Krankschreibung per Videosprechstunde besteht nicht.

    Experten wie der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach begrüßten den Schritt. "Die Digitalisierung unseres Gesundheitssystems nimmt langsam Fahrt auf. Für eine reguläre Krankschreibung, auch um andere im Beruf nicht zu infizieren, musste man sich widersinnigerweise in die Praxis begeben. Es wurde höchste Zeit, dies zu beenden", schrieb Lauterbach auf Twitter.

    Maßnahme nicht wegen Corona

    Die neue Möglichkeit wurde unabhängig von der Corona-Pandemie geschaffen, wie der Ausschuss betonte. In der ersten Corona-Welle war vorübergehend auch eine telefonische Krankschreibungen wegen einer Erkältung möglich gewesen. Es handelte sich um eine Sonderregelung, die zum 31. Mai auslief. Ansteckungsmöglichkeiten sollten verringert, Arztpraxen entlastet werden.

    Keine Krankschreibung per Online-Fragebogen

    Die erstmalige Feststellung der Arbeitsunfähigkeit per Video ist künftig auf einen Zeitraum von sieben Kalendertagen begrenzt. Eine Folgekrankschreibung auf diese Weise darf es nur geben, wenn die vorherige Arbeitsunfähigkeit bei einer unmittelbaren persönlichen Untersuchung festgestellt wurde. Ausschließlich per Online-Fragebogen, Chat-Befragung oder Telefonat darf niemand krankgeschrieben werden.

    "Als Standard für die Feststellung von Arbeitsunfähigkeit gilt weiterhin die unmittelbare persönliche Untersuchung durch eine Ärztin oder einen Arzt", sagte Monika Lelgemann vom Bundesausschuss. "Im Einzelfall soll aber die Feststellung der Arbeitsunfähigkeit über eine Videosprechstunde möglich sein, ganz unabhängig von Pandemiegeschehnissen." Zudem wird ab 1. Januar 2021 die Bescheinigung einer Arbeitsunfähigkeit für die Krankenkasse digitalisiert und elektronisch übermittelt.

    Akzeptanz von Videosprechstunden steigt

    Unabhängig von der aktuellen Erleichterung stieg in der Corona-Krise die Akzeptanz von Videosprechstunden. Laut einer im Juli veröffentlichten Umfrage des Digitalverbands Bitkom können sich jetzt 45 Prozent der Bundesbürger vorstellen, darüber in Kontakt zu einem Arzt zu treten. Im Mai waren es 39 Prozent, im Mai vergangenen Jahres erst 30 Prozent. Tatsächlich schon eine Videosprechstunde genutzt haben demnach nun 13 Prozent - im Mai waren es acht Prozent, vor einem Jahr fünf Prozent. Aus Gründen des Infektionsschutzes gehören seit Beginn der Corona-Krise Videokonferenzen und -Besprechungen für mehr Menschen als früher in verschiedenen Bereichen des Lebens zum Alltag.

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