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Kramp-Karrenbauer witzelt zum Fasching über drittes Geschlecht | BR24

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Die CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hat in Stockach am Bodensee mit flapsigen Äußerungen zur Intersexualität für Irritationen gesorgt. In Berlin führe die "Latte-Macchiato-Fraktion" die "Toiletten für das dritte Geschlecht" ein, spottete AKK.

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Kramp-Karrenbauer witzelt zum Fasching über drittes Geschlecht

Die CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hat in Stockach am Bodensee mit flapsigen Äußerungen zur Intersexualität für Irritationen gesorgt. In Berlin führe die "Latte-Macchiato-Fraktion" die "Toiletten für das dritte Geschlecht" ein, spottete AKK.

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Mit scherzhaft gemeinten Äußerungen über intersexuelle Menschen hat die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer deutschlandweit die Gemüter entzweit. Dass sich manche Menschen nicht einwandfrei einem Geschlecht zuordnen lassen, nahm sie in einer Fastnachtsrede im baden-württembergischen Stockach aufs Korn. "Wer war denn von Euch vor kurzem mal in Berlin?", fragte AKK in die Runde des Narrenpublikums. Und beantwortete ihre rhetorische Frage mit dem Satz, dort gebe es die Latte-Macchiato-Fraktion, die Toiletten für das dritte Geschlecht einführe. Das sei für "Männer, die noch nicht wissen, ob sie noch stehen dürfen beim Pinkeln oder noch sitzen müssen."

Während AKKs Bemerkung in der Halle mit Tusch, Gelächter und Johlen begrüßt wurde, sorgten Internetartikel auf queer.de und im "Nollendorfblog" und ein Videoausschnitt der Satiresendung "extra3" für Empörung. "Ist es so schwierig, eine humorvolle Narrenrede zu halten, ohne platt auf Minderheiten einzudreschen?", echauffierte sich der FDP-Bundestagsabgeordnete Jens Brandenburg, der Fraktionssprecher für die Anliegen von Lesben, Schwulen, Bi-, Trans- und Intersexuellen ist.

Sein Grünen-Kollege Sven Lehmann fragte rhetorisch: "Hallo Frau Kramp-Karrenbauer, haben Sie es wirklich nötig, für einen billigen Kalauer sich auf Kosten von inter- und transsexuellen Menschen lustig zu machen? Wenn ja, dann wäre das wahnsinnig peinlich." In einem offenen Brief forderte er eine Entschuldigung.

Und Lars Klingbeil, SPD-Generalsekretär, sagte, AKKs Äußerungen zeigten, "welcher erzkonservative Wind jetzt wieder in der Union" wehe. "Solche Äußerungen - auch an Karneval - sind absolut respektlos."

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Johannes Steiniger nahm die Parteichefin hingegen in Schutz. "Ey Leute, das ist ne Fasnachts-Nummer. Mir geht diese Empörungskultur so was auf den Keks. Es nervt!"

Schon 2015 hatte Kramp-Karrenbauer - damals noch als saarländische Ministerpräsidentin - mit Aussagen zur Homo-Ehe für Aufregung gesorgt. Es gebe in Deutschland bisher eine klare Definition der Ehe als Gemeinschaft von Mann und Frau, sagte sie damals der "Saarbrücker Zeitung". "Wenn wir diese Definition öffnen in eine auf Dauer angelegte Verantwortungspartnerschaft zweier erwachsener Menschen, sind andere Forderungen nicht auszuschließen: etwa eine Heirat unter engen Verwandten oder von mehr als zwei Menschen."

Seit Januar ist neben "männlich" und "weiblich" im Geburtenregister auch der Eintrag der Option "divers" möglich. Der Bundestag hatte die Einführung einer dritten Geschlechtsoption Mitte Dezember beschlossen. Damit setzte das Parlament eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts aus dem vergangenen Jahr um. Die bisherige Pflicht, einen Menschen dem männlichen oder weiblichen Geschlecht zuzuordnen, wurde darin als Verstoß gegen das Persönlichkeitsrecht und das Diskriminierungsverbot gewertet. Einige Grundschulen in Bayern planen inzwischen Toiletten für das dritte Geschlecht.