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Kramp-Karrenbauer will als CDU-Chefin zurücktreten | BR24

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CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer verzichtet auf eine Kandidatur als Kanzlerkandidatin und will als Parteichefin zurücktreten. Verteidigungsministerin soll bleiben.

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Kramp-Karrenbauer will als CDU-Chefin zurücktreten

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer verzichtet auf eine Kandidatur als Kanzlerkandidatin und will als Parteichefin zurücktreten. Verteidigungsministerin soll sie bleiben.

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Kramp-Karrenbauer sagte im CDU-Präsidium, es gebe ein ungeklärtes Verhältnis von Teilen der CDU mit AfD und Linken. So verlautet es aus dem Präsidium des Konrad-Adenauer-Hauses. Kramp-Karrenbauer sei strikt gegen eine Zusammenarbeit mit AfD und Linkspartei. Zudem sei offensichtlich, dass Parteivorsitz und Kanzlerkandidatur in eine Hand gehörten.

Merkel will AKK als Ministerin behalten

Kramp-Karrenbauer werde zum Sommer den Prozess der Kanzlerkandidatur organisieren, die Partei weiter auf die Zukunft vorbereiten und dann den Parteivorsitz abgeben, hieß es.

Kramp-Karrenbauer war Ende 2018 zur CDU-Vorsitzenden gewählt worden und Angela Merkel an der Parteispitze gefolgt. Seit Juli 2019 ist sie Verteidigungsministerin. Dieses Amt will sie Teilnehmern der Präsidiumssitzung zufolge behalten – und zwar auch auf Wunsch von Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Kramp-Karrenbauer steht seit Langem in der Kritik

Seit Kramp-Karrenbauer den Parteivorsitz der CDU übernommen hat, steht sie in der Kritik. Immer wieder wird ihr Führungsschwäche vorgeworfen – vor allem vom Wirtschaftsflügel der Union. In ihrer kurzen Amtszeit hat sie es nie geschafft, ihre Stellung an der Parteispitze wirklich zu sichern. Wahlschlappen in den Bundesländern und bei der Europawahl, dauerhaft schlechte Umfragewerte der CDU und ein unglücklicher Umgang wie beim Rezo-Video, trugen dazu bei. Mit der Thüringer Ministerpräsidentenwahl vorige Woche erreichte die Kritik an ihr einen weiteren Höhepunkt. Sie habe die Thüringer CDU nicht im Griff, hieß es immer wieder.

Landesverband nicht im Griff

Am Mittwoch hatten die Thüringer CDU-Abgeordneten gemeinsam mit AfD und FDP Thomas Kemmerich zum Ministerpräsidenten gewählt. Laut einem Parteitagsbeschluss ist eine Zusammenarbeit mit der AfD eigentlich ausgeschlossen.

Reaktionen: Respekt und eine Warnung

Über eine Nachfolge kann zur Zeit nur spekuliert werden. Jens Spahn, dem selbst Ambitionen auf den Parteivorsitz nachgesagt werden, bezeichnete den Rückzug als unerwartete Entscheidung. Dafür zolle er Kramp-Karrenbauer großen Respekt. Die Trennung von Parteiführung und Kanzleramt sei eine schwierige Situation. CSU-Chef Markus Söder erklärte, er habe großen Respekt, auch wenn ihm die Entscheidung leid tue für Kramp-Karrenbauer. Nun sei es notwendig, die inhaltliche und personelle Aufstellung der CDU grundsätzlich zu klären.

Die Thüringer Linken-Chefin Susanne Hennig-Wellsow nennt den Rückzug "konsequent".

"Ich glaube, der Rückzug von Annegret Kramp-Karrenbauer zeigt, dass die Strategie der CDU, AfD und Linke immer in einen Topf zu werfen, völlig an ihr Ende gekommen ist." Susanne Hennig-Wellsow, Linken-Vorsitzende in Thüringen

Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt warnte die CDU vor einem Rechtsruck: "Die CDU zeigt jetzt hoffentlich, dass sich eine christlich-demokratische Partei nicht von der rechtsextremen AfD am Nasenring durch die Arena ziehen lässt", schrieb sie auf Twitter.

AfD mahnt zur Zusammenarbeit

Alexander Gauland (AfD) begrüßte Kramp-Karrenbauers Entscheidung und forderte die CDU zur Zusammenarbeit in Thüringen auf. Kramp-Karrenbauer habe die CDU mit ihrem Ausgrenzungskurs ins Chaos gestürzt, sagt Gauland.

"Wenn die Union lieber Politiker der mehrfach umbenannten SED in Staatsämter hieven will als mit uns auch nur zu reden, verabschiedet sie sich aus dem bürgerlichen Lager." Alexander Gauland, AfD-Fraktionschef

FDP-Chef Christian Lindner, der in der Causa Thüringen auch viel Kritik einstecken musste, sagte, er sei gespannt, wie sich die CDU nun aufstellen will.