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Bildrechte: dpa-Bildfunk/Michael Kappeler

Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer (CDU) hat disziplinare Vorermittlungen gegen den Kommandeur des KSK eingeleitet.

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Kramp-Karrenbauer: Vorermittlungen gegen KSK-Kommandeur

Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer (CDU) hat disziplinare Vorermittlungen gegen den Kommandeur des KSK eingeleitet. Es besteht der Verdacht, dass im Zusammenhang mit einer Munitions-Sammelaktion Dienstpflichten verletzt wurden.

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Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer lässt das Verhalten des Kommandeurs des Eliteverbands KSK disziplinarisch prüfen. Wegen des Verdachts der Verletzung von Dienstpflichten im Zusammenhang mit einer Munitions-Sammelaktion ließ die CDU-Politikerin Vorermittlungen einleiten, wie ihr Ministerium am Sonntag mitteilte.

Sammelaktion von Munition ohne Registrierung

Der Brigadegeneral des Kommandos Spezialkräfte (KSK), Markus Kreitmayr, steht wegen einer Sammelaktion in der Kritik, bei der vermisste und gehortete Munition ohne Registrierung und Folgen für die Soldaten zurückgegeben wurde. Trotz der Vorermittlungen bleibe Kreitmayr auf seinem Posten, erklärte Kramp-Karrenbauer. Der Mann habe ein "faires und transparentes Verfahren verdient".

"Für mich ist klar, dass die Kultur der systematischen Missachtung von Regeln beim Umgang mit Munition vor der Übernahme des Kommandos durch General Kreitmayr auch Fragen an die Kommandoebene des KSK mindestens der Jahre 2017 und 2018 aufwirft sowie an die zuständige Dienstaufsicht." Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer

Grünen-Politiker: Ermittlungen unausweichlich

Der Grünen-Verteidigungspolitiker Tobias Lindner nannte die Ermittlungen unausweichlich: "Dafür, dass erst jetzt - Monate nachdem das Ministerium von der Amnestie Kenntnis erlangte - ermittelt wird, trägt Annegret Kramp-Karrenbauer letztendlich die Verantwortung", erklärte der Bundestagsabgeordnete. "Nicht nur Brigadegeneral Kreitmayr und das KSK müssen wissen, wer den Verband durch einen schwierigen Reformprozess führt."

13.000 Schuss Munition und 62 Kilo Sprengstoff fehlen

Erst kürzlich war bekannt geworden, dass beim KSK über Jahre hinweg systematisch gegen Vorschriften im Umgang mit Munition und Waffen verstoßen wurde. Das KSK habe "die Vorschriften für eine ordnungsgemäße Munitionsbewirtschaftung in den letzten Jahren grundsätzlich nicht eingehalten", heißt es in einem vertraulichen Bericht der Bundeswehr-Führung, der der Nachrichtenagentur AFP vorliegt. Dem als "Verschlusssache - nur für den Dienstgebrauch" deklarierten Bericht zufolge konnten der Verbleib von mindestens 13.000 verschwundenen Schuss Munition und 62 Kilogramm Sprengstoff im KSK nicht mehr aufgeklärt werden.

KSK wird reformiert

Kreitmayr fällt auch die Aufgabe zu, das KSK zu reformieren. Es steht wegen rechtsextremer Vorfälle bei den Soldaten unter Beobachtung. Eine Kompanie wurde daher bereits aufgelöst.

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