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Kramp-Karrenbauer und Merz - Seit' an Seit' im Sauerland | BR24

© WDR/Arndt Brunnert

Nun treten sie gemeinsam auf: Annegret Kramp-Karrenbauer und Friedrich Merz, unlängst noch Konkurrenten um die CDU-Spitze. Ein Termin im Europawahlkampf im Sauerland machte deutlich, dass Merz sich vorerst unterordnet.

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Kramp-Karrenbauer und Merz - Seit' an Seit' im Sauerland

Nun treten sie gemeinsam auf: Annegret Kramp-Karrenbauer und Friedrich Merz, unlängst noch Konkurrenten um die CDU-Spitze. Ein Termin im Europawahlkampf im Sauerland machte deutlich, dass Merz sich vorerst unterordnet.

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Marschmusik empfängt Annegret Kramp-Karrenbauer in der Schützenhalle in Eslohe. Lange Tischreihen, Bier in Flaschen und überraschend viele junge Gesichter - hier, wo die CDU noch sehr konservativ ist.

Er steht am Rand: Peter Liese, Spitzenkandidat der NRW-CDU für den Europawahlkampf. Es sei Lieses Abend, wird die CDU-Chefin später sagen. Aber alle gucken nur auf sie und ihn: Friedrich Merz, der im Sauerland zu Hause ist und sie im Dezember herausgefordert hatte.

Liese macht das Beste daraus. Damit müsse man leben, und wenn er diese Veranstaltung nicht hätte, "hätte ich einen weniger guten Wahlkampf". Deshalb freue er sich über diese Unterstützung.

Wohltuender Applaus

Zum ersten Mal nach der Wahl zum Parteivorsitz treten sie wieder gemeinsam öffentlich auf. Merz genießt es, dass die über 1.000 Zuschauer ihm deutlich mehr applaudieren als Kramp-Karrenbauer und Liese.

Der ehrgeizige Sauerländer erinnert zu Beginn angesichts des Wiedersehens aufgeräumt an ihren Konkurrenzkampf um die CDU-Spitze. "Was gibt's denn da zu lachen? Naja, in der Zeit haben wir uns schon relativ häufig gesehen. Und es war auch angenehm." Telefoniert hätten sie danach und sich abgestimmt. Der Politprofi weiß, es ist Wahlkampf, und da ist Geschlossenheit gefragt.

"Ich möchte, dass die CDU Deutschlands, ich möchte, dass Annegret Kramp-Karrenbauer als unsere Vorsitzende erfolgreich ist, und dazu kann und will ich beitragen." Friedrich Merz

Die Diplomatie der Vorsitzenden

Sie geht darauf nicht ein, auch nicht auf die jüngsten CDU-internen Querschüsse gegen Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier. Merz wird als sein Nachfolger gehandelt.

Erst nach der Veranstaltung wird die CDU-Chefin auf Nachfrage deutlich. "Wir haben einen Wirtschaftsminister Peter Altmaier, von dem ich der Meinung bin, dass er die richtigen Debatten anstößt und von dem ich sehr froh bin, dass er im Amt ist."

Das Thema Sicherheit

In ihrer Rede zum Europawahlkampf rückt Kramp-Karrenbauer sichere Grenzen in den Mittelpunkt. Europa müsse die Außengrenzen gemeinsam sichern, das erwarteten die Bürger. Dies ermögliche Offenheit im Innern, die Grundlage für den Wohlstand Europas.

Merz und Liese betonen vor allem die wirtschaftliche Bedeutung der EU. Die Fördermittel für Projekte vor Ort und der Freihandel seien wichtig für eine Region wie das Sauerland, wo die Industrie sehr stark ist. Alle drei begrüßen die Verschiebung des Brexit.

Am Ende erhalten alle drei langanhaltenden Beifall. Merz verlässt als Erster den Saal. Interviews gibt er keine. Viele im Saal glauben auch jetzt noch, dass Merz, der Wirtschaftspolitiker, der Bessere wäre, nicht nur an der Spitze der CDU, sondern auch als Kanzler. Aber, sagt eine CDU-Anhängerin, "das entscheiden die Sauerländer ja nicht alleine".

© BR

Nun treten sie gemeinsam auf: Annegret Kramp-Karrenbauer und Friedrich Merz, unlängst noch Konkurrenten um die CDU-Spitze. Ein Termin im Europawahlkampf im Sauerland machte deutlich, dass Merz sich vorerst unterordnet.