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Kramp-Karrenbauer hält Kopftuchdebatte für berechtigt | BR24

© dpa-Bildfunk/Michael Kappeler

CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer

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    Kramp-Karrenbauer hält Kopftuchdebatte für berechtigt

    Das Kopftuchverbot an Schulen in Österreich sorgt auch hierzulande für Gesprächsstoff. Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer hält die Debatte für absolut berechtigt, wie sie den Zeitungen der Funke-Mediengruppe erklärte.

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    Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer ist der Ansicht, dass Kopftücher im Kindergarten oder in der Grundschule mit Religion oder Religionsfreiheit nichts zu tun haben. Das sähen auch viele Muslime so, sagte sie den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Deshalb hält sie die Debatte darüber für absolut berechtigt.

    Regierungsparteien diskutieren bereits über ein Verbot

    Auch der Präsident der Kultusministerkonferenz, Alexander Lorz, lehnt das Tragen von Kopftüchern in Grundschulen ab. Gegenüber den Zeitungen der Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft begründet er dies mit pädagogischen und integrativen Gesichtspunkten. Allerdings glaubt der hessische CDU-Kultusminister nicht, dass sich ein Verbot juristisch durchsetzen lässt.

    "Wenn sich Eltern auf die Freiheit der Religionsausübung berufen, hat unser Rechtsstaat wenig Handlungsmöglichkeiten. Ein gesetzliches Verbot dürfte vor dem Verfassungsgericht daher kaum bestehen." Präsident der Kultusministerkonferenz, Alexander Lorz

    Bundesjustizministerin Katarina Barley von der SPD zweifelt am Sinn einer Verbotsdebatte. Man müsse alle Mädchen darin stärken, zu selbstbewussten und unabhängigen Frauen heranzuwachsen, sagte sie der "Frankfurter Allgemeinen". Auch die Vorsitzende des Grundschulverbandes Maresi Lassek hält ein Kopftuchverbot für nicht durchsetzbar. Dem Redaktionsnetzwerk Deutschland sagte sie, sie rate eher dazu, mit Eltern und Kindern im Gespräch zu sein. Kopftücher an Grundschulen kommen Lassek zufolge insgesamt eher selten vor. In Ballungsräumen mit vielen muslimischen Kindern gebe es sie aber häufiger. Genaue Zahlen gibt es dazu nicht.

    Islamrat hält Diskussion für diskriminierend

    Der Vorsitzende des Islamrats - einer der islamischen Dachverbände in Deutschland - bezeichnet die Diskussion als diskriminierend und unnötig. Die Verbotsbefürworter müssten selbst immer wieder einräumen, dass es keinerlei Fakten über kopftuchtragende Kinder an Schulen gebe, sagte Burhan Kesici. Eine überflüssige Phantomdebatte werde immer wieder aufgerührt. Hintergrund der neu aufgeflammten Debatte in Deutschland ist eine Entscheidung in Österreich. Das Parlament in Wien hatte vor wenigen Tagen ein Kopftuchverbot an Grundschulen beschlossen.