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Kramp-Karrenbauer betont Distanz zur AfD | BR24

© picture alliance/Michael Kappeler/dpa

Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer

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Kramp-Karrenbauer betont Distanz zur AfD

Die CDU-Vorsitzende will Gedankenspiele einiger Parteimitglieder über eine Zusammenarbeit mit der AfD beenden. Sie könne sich nicht vorstellen, dass es jemals zu einer Kooperation kommen werde.

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CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer verschärft den Kurs gegen Parteimitglieder, die über eine Zusammenarbeit mit der AfD nachdenken. "Ich werde morgen den Bundesvorstand bitten, mir die Prokura zu geben (...), jedes Mittel durchzuprüfen, um eine Zusammenarbeit und eine Annäherung an die AfD wirklich auch zu verhindern", sagte Kramp-Karrenbauer in der ARD-Sendung "Anne Will". Die Spitzen der CDU würden morgen nochmals den Parteitagsbeschluss betonen, dass es keine Kooperation mit der rechtspopulistischen Partei geben dürfe.

Sie könne sich angesichts des Kurses der AfD nicht vorstellen, dass es "jemals" eine Zeit geben könne, in der es eine Kooperation geben könne. Die AfD sei "eine Partei, die zumindest in Teilen oder mit Repräsentanten keine klare Linie zu Rechtsextremismus und Rechtsradikalen zieht".

Kramp-Karrenbauer betont Fall Lübcke

Kramp-Karrenbauers Klarstellung wurde durch Äußerungen zweier CDU-Politiker in Sachsen-Anhalt und des früheren Verfassungsschutzpräsidenten Hans-Georg Maaßen ausgelöst. Sie hatten eine Zusammenarbeit mit der AfD in Zukunft nicht grundsätzlich ausgeschlossen.

Die CDU-Vorsitzende erhob gegen die Politiker auch persönliche Vorwürfe: "Insbesondere nach der Ermordung von Walter Lübcke muss jedes einzelne CDU-Mitglied, das von so etwas redet oder von so etwas träumt, sich wirklich die höchstpersönliche Frage stellen lassen, wie er das mit der Ermordung eines Parteifreundes durch einen Täter, der aus einem rechtsextremistischen Umfeld kommt, wie er das mit seinem Gewissen vereinbaren kann. Ich könnte es nicht", sagte sie mit Hinweis auf die Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten.

Parteichefin will keinen Rechtsruck

Lübcke wurde am 2. Juni erschossen. Der 45-jährige Stephan E. ist dringend tatverdächtig und sitzt in Untersuchungshaft. Die Bundesanwaltschaft geht von einem rechtsextremen Hintergrund der Tat aus.

Die CDU-Chefin wies zudem Forderungen nach einem Rechtsruck ihrer Partei zurück und verknüpfte dies mit ihrer eigenen Position. "Die CDU ist genau dort, wo sie hingehört – in der gesellschaftlichen Mitte. Und da wird sie auch bleiben, solange ich Vorsitzende bin", betonte Kramp-Karrenbauer.

© BR

Mehrere CDU-Politiker haben eine Zusammenarbeit mit der AfD klar ausgeschlossen.