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Bildrechte: dpa-Bildfunk/Ian West

In der britischen Spritkrise muss seit heute das Militär aushelfen. 200 Soldaten sollen Benzin und Diesel an die Tankstellen bringen. Die Versorgungsengpässe spüren die Menschen in Großbritannien längst in vielen Bereichen.

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Kraftstoff-Krise: Britisches Militär hilft mit LKW-Fahrern aus

Benzin und Diesel bleibt an britischen Tankstellen Mangelware. Ab heute unterstützt das Militär beim Transport von Kraftstoff. Etwa 200 Soldaten sind im Einsatz, um die Nachschubschwierigkeiten an Tankstellen in den Griff zu bekommen.

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BR24  RedaktionBR24 Redaktion
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In Großbritannien ist seit heute das Militär bei der Bewältigung der Kraftstoffkrise im Einsatz. Etwa 200 Armeeangehörige helfen dabei, Benzin und Diesel an Tankstellen zu transportieren. Schwerpunkte der "Operation Escalin" sind London und Südostengland, wie ein Regierungssprecher sagte. Dort stabilisiere sich die Lage nicht so rasch wie in anderen Gebieten.

Johnson: Militäreinsatz als Vorsichtsmaßnahme

Die Soldaten wurden von einer auf Kraftstofflogistik spezialisierten Firma in der Grafschaft Essex geschult. "Wir arbeiten eng mit der Branche zusammen, um Kraftstoffvorräte zu erhöhen", sagte der Regierungssprecher. "Es gibt Anzeichen für eine Verbesserung der durchschnittlichen Tankstellenvorräte im Vereinigten Königreich, während sich die Nachfrage weiter stabilisiert."

Nach Angaben des Branchenverbands Petrol Retailers Association gibt es in weiten Teilen von Nord- und Mittelengland sowie in Schottland keine Nachschubprobleme mehr. In London und Südostengland war aber noch immer gut jede fünfte Tankstelle (22 Prozent) ohne Kraftstoff, außerdem gab es in vielen entweder nur Benzin oder Diesel. Premierminister Boris Johnson hatte den Militäreinsatz am Sonntag eine Vorsichtsmaßnahme genannt.

Erst Brexit, dann Corona

Hintergrund für den Kraftstoff-Engpass ist ein eklatanter Mangel an Lastwagenfahrern. Deswegen konnte der vorhandene Kraftstoff zuletzt nicht zu den Tankstellen gebracht werden, zahlreiche Zapfsäulen blieben leer. Hamster- und Panikkäufe spitzten die Lage zu.

Großbritannien leidet wie viele andere Länder und auch Deutschland unter eklatanten Mangel an Lastwagenfahrern. Allerdings haben strengere Einwanderungsregeln nach dem Brexit die Lage im Vereinigten Königreich verschärft. Durch die Corona-Pandemie geriet dann die Ausbildung von neuen Fahrern ins Stocken. Unter dem Eindruck leerer Zapfsäulen und langer Schlangen vor Tankstellen legte die Regierung eine Kehrtwende hin und genehmigte Arbeitsvisa für bis zu 5.000 ausländische Fahrer, die bis Ende Februar gelten sollen.

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