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Korruption nimmt in vielen Ländern zu - auch in Deutschland | BR24

© dpa

Symbolbild: Yen, Dollar und Euro an einer Wäscheleine

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    Korruption nimmt in vielen Ländern zu - auch in Deutschland

    Im globalen Korruptionsindex von Transparency International schneidet Deutschland in diesem Jahr deutlich schlechter ab. In der Korruptionsrangliste macht sich das allerdings kaum bemerkbar - denn in anderen Ländern liegt noch mehr im Argen.

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    Korruption und Bestechung nehmen einer Umfrage zufolge in der Wirtschaft und in öffentlichen Institutionen in Deutschland zu. Führungskräfte aus der internationalen Wirtschaft stuften die Bundesrepublik im Korruptionsindex von Transparency International (TI) schlechter ein als im Vorjahr.

    "Offensichtlich existiert hier der Eindruck, dass man mit unlauteren Methoden auch in Deutschland Geschäfte fördern kann" TI-Vorsitzende Edda Müller

    Ein Anstieg der Wirtschaftskriminalität und Skandale bei deutschen Großkonzernen ließen den Glauben der Menschen an den Rechtsstaat bröckeln.

    Erstmals nicht mehr in den "Top Ten"

    In der Bewertung rutschte Deutschland jedoch nur um eine Position ab und teilt sich jetzt den elften von 180 Plätzen mit Großbritannien. Noch deutlich stärker verloren in diesem Jahr die USA, die vom 16. auf den 22. Platz zurückfielen. Korruption werde dort als "zunehmendes Problem wahrgenommen", hieß es.

    Die besten Mittel gegen Korruption: Rechtsstaatlichkeit und Demokratie

    Nach Einschätzung von Transparency International gibt es einen klaren Zusammenhang zwischen zunehmender Korruption und einem Verfall von Demokratien und rechtsstaatlichen Strukturen. Korruption gedeihe überall dort, wo demokratische Strukturen geschwächt würden. Beispiele in Europa seien Ungarn und die Türkei: Die Nichtregierungsorganisation Freedom House stufte die Türkei in einer Demokratie-Studie zuletzt von "teilweise frei" auf "unfrei" zurück und attestierte Ungarn den schlechtesten Wert für politische Rechte seit dem Fall des Kommunismus 1989.

    Wie der Korruptionsindex ermittelt wird

    Transparency International erstellt den Index jährlich auf der Basis von internationalen Analysen und Umfragen zum Thema Korruption, die von so unterschiedlichen Akteuren wie der Weltbank, der Bertelsmann Stiftung oder dem Ausrichter des Weltwirtschaftsforums in Davos in der Schweiz veröffentlicht werden. Ein Wert von 100 bedeutet, dass keine Korruption wahrgenommen wird. 0 bedeutet ein Höchstmaß davon. Deutschland erreicht in diesem Jahr 80 Punkte, zwei Drittel der Länder erreichen weniger als 50.

    Glanzlichter und Schlussleuchten

    Am besten schnitt diesmal mit 88 Punkten Dänemark ab, dicht gefolgt von Neuseeland, Finnland, Singapur, Schweden sowie der Schweiz. Auf den letzten Plätzen finden sich Syrien, der Süd-Sudan, Jemen, Nordkorea und das Schlusslicht Somalia.

    Auffällig: Die Bürger der EU-Staaten Rumänien und Bulgarien leiden laut Index stärker unter staatlicher Korruption als etwa Menschen in Saudi-Arabien, dem Oman und Ruanda. Auch in Serbien demonstrierten am Wochenende Tausende gegen die ihrer Meinung nach korrupte und demokratiegefährdende Politik von Staatschef Aleksandar Vukic.

    Von
    • Michael Kubitza
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