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Konfrontation bei US-Protesten: Wer hört den Demonstranten zu? | BR24

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Nach dem gewaltsamen Tod von George Floyd sind in den USA erneut Tausende Menschen auf die Straßen gegangen.

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Konfrontation bei US-Protesten: Wer hört den Demonstranten zu?

Abend für Abend demonstrieren Zehntausende Amerikaner gegen Polizeigewalt und Rassismus. Doch wer hört ihnen in einem tief gespaltenen Land, das zudem im Wahlkampf steckt, eigentlich zu?

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In Bethesda, einem wohlhabenden Vorort der US-Hauptstadt Washington, stehen Demonstranten einem Polizeiauto und mehreren Beamten gegenüber. Nur weil die Zeit für die Demonstration vorbei ist, sei der Protest noch lange nicht beendet, sagt Ammadou. Die verbliebenen Demonstranten verlangen, dass die Polizei sie weiter durch den Vorort ziehen lässt.

"Das gesamte politische System ist kaputt. In den USA können weißen Amerikaner Waffen tragen und direkt vor Polizisten demonstrieren. Aber schwarzer Amerikaner werden einer Tat beschuldigt, wenn die Polizei sie bereits getötet hat - ohne Konsequenzen. Das ist das Problem in dem Land." Demonstrant in den USA

Die Konfrontation mit Polizeibeamten wiederholt sich jeden Abend im ganzen Land - seit der Tötung des schwarzen Amerikaners George Floyd durch Polizisten in Minneapolis. Dabei bemühen sich Demonstranten in Houston zum Beispiel, andere Mitdemonstranten zu stoppen, die Steine auf Beamte werfen. So ist es auf Bildern aus Texas zu sehen.

Demonstranten wehren sich gegen Vandalismus

In Washington D.C. regen sich Demonstranten über einen Teilnehmer auf, der ein Straßenschild herunterreißt.

"Es ist friedlich, wir sind bereits nach der Ausgangssperre. Nur ein Typ hat ein Straßenschild runtergeholt und die Leute haben ihn ausgebuht. Wir versuchen hier, friedlich Wandel zu erzwingen."

Die Polizei vor dem Weißen Haus steht zu dem Zeitpunkt weit entfernt: mit Abstand zu den Demonstranten hinter einem Zaun. Für die Anliegen der Demonstranten scheint niemand greifbar.

Entsetzen nach gewaltsamer Auflösung von friedlichem Protest

Gestern hatten Justizminister William Barr und Präsident Donald Trump den friedlichen Protest mit Tränengas und Gummigeschossen auflösen lassen. Mit Entsetzen haben der frühere Chef des Generalstabs, Mike Mullen, und Ex-Präsident George W. Bush reagiert. Der ehemalige Vizepräsident Joe Biden hielt dem US-Präsidenten eine Lektion:

"Es ist das Recht der Menschen, sich friedlich zu versammeln. Das ist Grundlage dieses Landes. Mr. President, das ist Amerika. Nicht Pferde, die sich aufstellen, um Demonstranten zu vertreiben. Nicht der Einsatz des Militärs gegen das amerikanische Volk." Ehemaliger US-Vizepräsident Joe Biden

Trump hatte gestern mit dem Einsatz des Militärs gedroht, sollten die Gouverneure der Bundesstaaten Unruhen und Plünderungen nicht beenden. Trump sagte, sie müssten die Straße dominieren. Auf die Forderungen der Demonstranten geht er nicht ein.

Proteste gehen weiter

Die Polizei in Bethesda, einem Vorort von Washington, trifft eine andere Entscheidung. Sie lässt die verbliebenen Teilnehmer der Kundgebung weiter ziehen. Eine der Organisatorinnen des Protests, Carla, entschuldigt sich bei einem Beamten. Sie müsse sich keine Sorgen machen, versichert er. Carla scheint erleichtert: "Ich sage ja nicht, dass sich die Leute nicht der Polizei gegenüber stellen sollen. Das sollen sie tun. Aber zuerst wäre schon viel erreicht, wenn wir überhaupt mehr Leute auf die Straße bringen."

Fortschritt geht nur in kleinen Schritten: In Minneapolis, also der Stadt, in der George Floyd bei einer Festnahme getötet worden ist, soll jetzt die Arbeit der Polizei in den vergangenen zehn Jahre systematisch aufgearbeitet werden.

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20 Sekunden Schweigen: So hat Kanadas Premierminister Justin Trudeau auf die Frage eines Journalisten nach einer Reaktion auf die Drohung von US-Präsident Donald Trump reagiert, wegen der Unruhen in den USA notfalls die Armee zu mobilisieren.

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