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Bildrechte: dpa/Tofik Babayev

Stundenlang hatten Armenien und Aserbaidschan unter Vermittlung Russlands eine Waffenruhe für die umkämpfte Region Berg-Karabach ausgehandelt. Doch schon nach Stunden sei sie gebrochen worden, so der gegenseitige Vorwurf der Konfliktparteien.

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Konflikt um Bergkarabach: Die Waffen schweigen

Rund zwei Wochen nach dem Ausbruch heftiger Kämpfe in Bergkarabach sollen die Waffen nun vorerst schweigen: Eine Feuerpause trat in Kraft. Sie soll den Austausch von Gefangenen und die Übergabe von Toten ermöglichen.

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Von
  • tagesschau.de

Nach tagelangen Gefechten zwischen Armenien und Aserbaidschan um die Südkaukasus-Region Bergkarabach ist am Mittag (Ortszeit) eine Waffenruhe in Kraft getreten. Russland hatte diese in der Nacht zum Samstag nach stundenlangen Verhandlungen vermittelt. Der Regierung in Moskau zufolge soll sie dazu genutzt werden, Gefangene und andere inhaftierte Personen auszutauschen und die Körper toter Soldaten an die Heimatländer zu übergeben.

Grundlegende Friedensverhandlungen sollen unter der Führung der Minsk-Gruppe der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) stattfinden. Die Gruppe wird von Russland, den USA und Frankreich angeführt, die in dem Konflikt vermitteln.

Hunderte Tote seit Ausbruch der Kämpfe

Bis kurz vor Beginn der Feuerpause war die Lage in der Region angespannt gewesen. Nach Angaben aus Armenien gab es zahlreiche Luftangriffe. Aserbaidschan habe versucht, sich vor der Waffenruhe noch einen Vorteil zu verschaffen, erklärte die Sprecherin des armenischen Militärs, Schuschan Stepanjan. Die Regierung in Baku wirft hingegen der Regierung in Eriwan vor, zahlreiche Siedlungen beschossen zu haben.

Seit dem Ausbruch der Kämpfe zwischen aserbaidschanischen und armenischen Truppen Ende September wurden Hunderte Menschen getötet. Allein auf armenischer Seite sollen in Bergkarabach mehr als 400 Soldaten gefallen sein. Aserbaidschan hat bislang keine Angaben zu eigenen Verlusten gemacht, spricht aber von rund 30 toten Zivilisten. Es gibt Tausende Flüchtlinge in der Unruheregion. Die Kämpfe sind die heftigsten seit der Einigung auf einen Waffenstillstand im Jahr 1994.

Jahrzehntealter Konflikt

Den Konflikt zwischen beiden Ländern gibt es schon seit Jahrzehnten. Die überwiegend von Armeniern besiedelte Region Bergkarabach hatte sich Anfang der 1990er-Jahre in einem Krieg von Aserbaidschan losgesagt. Die Führung in Baku wirft dem Nachbarland Armenien vor, völkerrechtswidrig aserbaidschanisches Gebiet besetzt zu halten.

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