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Konflikt um Atomabkommen: Iran überschreitet Grenze für Uran | BR24

© picture alliance/chromorange Christian Ohde

Fahnen von USA und Iran und Radioaktivität-Warnschild

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    Konflikt um Atomabkommen: Iran überschreitet Grenze für Uran

    Der Iran hat den im Atomdeal vereinbarten Anreicherungsgrad für Uran überschritten. Noch lässt die Regierung in Teheran ein Fenster für Verhandlungen offen - doch die Zeit für einen Kompromiss laufe ab.

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    Seit Monaten hatte der Iran immer wieder damit gedroht - nun hat dessen Regierung eigenen Angaben zufolge Ernst gemacht und die Grenze für die Anreicherung von Uran überschritten. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) sei davon in Kenntnis gesetzt worden, dass bereits am Sonntag das Limit des Anreicherungsgrads von 3,67 Prozent überschritten worden sei, teilte der Sprecher der iranischen Atomorganisation, Behrus Kamalwandi, im staatlichen iranischen Fernsehen mit.

    Die Nachrichtenagentur Isna berichtete, der Iran habe Uran auf mehr als 4,5 Prozent angereichert. Damit verstößt das Land gegen eine der wichtigsten Auflagen des 2015 vereinbarten Atomabkommens.

    Kehrt Iran zur 20-Prozent-Marke zurück?

    Die Regierung der Islamischen Republik droht damit, die Anreicherung schrittweise zu erhöhen - bis auf das Level, das der Iran vor der Einigung auf den Atomdeal erreicht hatte, was einen Anreicherungsgrad von bis zu 20 Prozent bedeuten würde. Waffenfähiges Uran, das zum Bau einer Atombombe genutzt werden könnte, muss eine Anreicherung von 90 Prozent erreichen.

    Mit der höheren Anreicherung hatte der Iran bereits im Mai gedroht, der EU dann allerdings eine Frist bis zum vergangenen Sonntag gesetzt, um das Atomabkommen doch noch zu retten. Das Abkommen war 2015 zwischen dem Iran, den fünf Veto-Mächten der UN und Deutschland geschlossen worden. Aus Sicht der iranischen Führung bedeutet die Rettung der Vereinbarungen, dass Sanktionen aufgehoben werden müssen und der Handel mit dem Iran gesichert ist.

    2018 waren die USA einseitig aus dem Deal aus- und in ihre alte Sanktionspolitik gegen den Iran wieder neu eingestiegen. Mehrfach verhängte die Regierung unter US-Präsident Donald Trump seitdem Strafmaßnahmen gegen den Iran, die vor allem auf die Wirtschaft des Landes, speziell auf den Ölsektor als wichtigste Einnahmequelle des Iran abzielen.