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CDU gewinnt Kommunalwahl in Nordrhein-Westfalen | BR24

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Die Kommunalwahl im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen ist ein Indikator, wohin die Reise im Bund geht, so BR-Reporterin Katrin Schirner aus Berlin. Und laut den ersten Prognosen gehe die Reise klar Richtung Schwarz-Grün.

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CDU gewinnt Kommunalwahl in Nordrhein-Westfalen

Im bevölkerungsreichsten Bundesland Deutschlands, in Nordrhein-Westfalen, waren die Bürger heute dazu aufgerufen, neue Landräte, Bürgermeister und Gemeinderäte zu wählen. Laut Hochrechnung wurde die CDU stärkste Kraft, die Grünen legten deutlich zu.

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Rund 14 Millionen Menschen waren heute in Nordrhein-Westfalen zur Kommunalwahl aufgerufen. Wegen der Corona-Auflagen beim Urnengang bildeten sich vielerorts vor den Wahllokalen lange Schlangen. Viele Wähler hatten deshalb im Vorfeld die Möglichkeit der Briefwahl genutzt: Bis zu einem Drittel der Wahlberechtigten hat in zahlreichen Städten schon vorab per Brief die Stimmen abgegeben - mehr als bei allen vergangenen Wahlen in dem Bundesland.

CDU gewinnt Wahl, aber mit leichten Verlusten

Sieger der Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen ist die CDU. Die Christdemokraten von Ministerpräsident Armin Laschet können nach einer Hochrechnung (19.01 Uhr) für den WDR landesweit mit 36,2 Prozent der Stimmen rechnen. Das ist allerdings etwas weniger als bei der Wahl 2014, als die CDU 37,5 Prozent erreichte. Seit 1999 hat die CDU bei Kommunalwahlen in NRW regelmäßig landesweit die meisten Stimmen geholt.

Der Urnengang wurde auch als Stimmungstest für den CDU-Landeschef Laschet gewertet. Der Aachener will im Dezember CDU-Bundesvorsitzender werden und gilt als möglicher Kanzlerkandidat der Union bei der Bundestagswahl im kommenden Jahr.

SPD zweitstärkste Kraft, Grüne dahinter

Die SPD erlitt starke Verluste. Sie landete aber mit 23,7 Prozent noch auf dem zweiten Platz vor den Grünen. Vor fünf Jahren hatten die Sozialdemokraten noch gut 31 Prozent erreicht. Die Grünen konnten stark zulegen. Laut der Hochrechnung liegen sie mit 19,1 Prozent auf Platz drei. 2014 hatten sie bei 11,7 Prozent der Stimmen erhalten.

Der nordrhein-westfälische SPD-Chef Sebastian Hartmann sieht die SPD trotz ihrer Verluste bei den Kommunalwahlen weiterhin als starke politische Partei. "Im Vergleich zur Europawahl 2019 können wir unser Ergebnis landesweit deutlich verbessern, auch wenn wir leider hinter den Kommunalwahlergebnissen von 2014 zurückbleiben", erklärte Hartmann in Düsseldorf.

Auch AfD im Aufwind, Linke schwächelt dagegen

Die AfD verbessert sich der Hochrechnung zufolge auf 5,9 Prozent, nachdem sie 2014 mit 2,6 Prozent nur eine kleine Rolle gespielt hatte. Die FDP erreichte 4,3 Prozent (minus 0,4 Punkte) und die Linke 3,7 (minus ein Punkt).

Corona sorgte immer wieder für Probleme

Ähnlich wie bei den Kommunalwahlen im März in Bayern stellte die Corona-Pandemie auch heute in Nordrhein-Westfalen die Organisatoren vor teils große Probleme: In Lünen beispielsweise musste die Stadt wegen des großen Interesses und langer Warteschlangen kurzfristig weitere Wahlkabinen aufstellen. Die Stadt hatte die Zahl der Wahlräume um etwa zwei Drittel auf 23 reduziert, denn viele Wahlräume hätten in Zeiten der Corona-Pandemie nicht genügend Platz geboten. In Oberhausen berichtete eine 76-jährige Wählerin von einer Wartezeit von fast einer halben Stunde. In Düsseldorf seien es nur zehn Minuten gewesen, meldete eine 49-Jährige.

Neben mehr Zeit mussten die Wähler auch einen eigenen Stift mitbringen. Die Maßnahme war Teil der zahlreichen Corona-Schutzvorkehrungen. Zudem galt in allen Wahllokalen Maskenpflicht und 1,5 Meter Mindestabstand.

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