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Kommentar: Gute Regeln – jetzt müssen die Schulen handeln | BR24

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Jeanne Rubner, Redaktionsleiterin Wissen und Bildung aktuell

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    Kommentar: Gute Regeln – jetzt müssen die Schulen handeln

    Endlich ist ein einheitlicher Beschluss da: Möglichst Unterricht im Klassenzimmer, möglichst mit Abstand, digitale Chancen nutzen. Doch noch ist für alle Beteiligten viel zu tun, meint Jeanne Rubner, Redaktionsleiterin Wissen und Bildung aktuell.

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    Von
    • Jeanne Rubner

    Heute beim Frühstück haben wir die neuen Regeln diskutiert: Strenge Abstandsregeln bei einem Inzidenzwert über 200, das heißt: Ab Klasse 8 geteilte Gruppen, die Hälfte lernt zuhause. Super, rief mein Sohn, meine Tochter aber zog eine Grimasse und sagte: Das funktioniert nicht so gut. Typische Reaktionen - nirgendwo klaffen Interessen, Ansprüche, Erwartungen so auseinander wie in der Schule. Gut also, dass die Länder sich geeinigt haben.

    Unterricht im Klassenzimmer: Immer noch die beste Lösung

    Gut auch, dass die Schulen weitgehend offenbleiben sollen, so lange sie nicht in einem absoluten Hotspot liegen, in dem die Ansteckungsgefahr flächendeckend ist. Denn fest steht: Unterricht im Klassenzimmer für alle ist das beste Modell. Zumindest für die Jüngeren, die noch nicht so selbstständig lernen und leicht verloren gehen, wenn der Kontakt zum Lehrer fehlt. Fest steht inzwischen auch, dass Schulen keine Corona-Infektionsherde sind, sondern dass die Ansteckungsgefahr eher von außen kommt. Sie steigt mit dem Alter – insofern ist es richtig, bei den älteren Jahrgängen strengere Abstandsregeln einzuhalten.

    Hybridunterricht statt Hin und Her

    Auch wenn die meisten Schülerinnen und Schüler jetzt erst einmal keinen Distanzunterricht brauchen: Die Schulen müssen sich schleunigst darauf vorbereiten. Wenn Klassen geteilt werden müssen oder auch in Quarantäne sind, ist Hybridunterricht das bessere Modell als Unterricht im Wechsel: Die Kinder und Jugendlichen daheim sehen die Lehrer und kommunizieren mit ihnen. Und das täglich.

    Technische Ausstattung ist oft mangelhaft

    Doch dafür sind die meisten Schulen nach wie vor schlecht gerüstet. Ein Dreivierteljahr nach Beginn der Pandemie fehlen Dienst-Geräte für Lehrer, Videokameras fürs Streamen, digitale Tafeln, von ordentlichem W-LAN und IT-Spezialisten ganz zu schweigen. Nur ein Bruchteil der Mittel für digitale Technik ist bisher abgerufen worden. Fachkräftemangel, Bürokratie, überforderte Landkreise und Kommunen - die Gründe sind vielfältig.

    Corona wird noch bleiben

    Aber nicht nur an der Technik und Infrastruktur hapert es, sondern auch an der Didaktik. Auch wenn Hybridunterricht gerade noch nicht angesagt ist, die Schulen müssen experimentieren: Klappt das, wenn die Lehrerin eine Gleichung an der Tafel bespricht und die Schüler zuhause die Lösung finden sollen?

    Denn so wie es aussieht, wird das Coronavirus uns noch eine Weile erhalten bleiben.

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