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BR-Redakteurin Jeanne Turczynski.

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    Kommentar: Es fehlt eine Perspektive für die Schulen

    Mehr Homeoffice - das ist sicherlich richtig. Dass die Schulen bis Mitte Februar geschlossen bleiben sollen, ist dagegen weniger verständlich, meint Jeanne Turczynski. Unter dem Unterricht zuhause leiden die Kinder sehr.

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    Von
    • Jeanne Turczynski

    Jetzt also eine Verlängerung des Lockdowns - und mehr Homeoffice. Endlich, möchte man sagen. Es klingt vernünftig, was Arbeitsminister Hubertus Heil anstrebt: Bei einer Inzidenz über 50 sollen Arbeitgeber ihren Mitarbeitern Homeoffice anbieten – es sei denn, es sprechen betriebsbedingte Gründe dagegen.

    Es wird genug Ausnahmen geben, aber immerhin müssen Firmenchefinnen und Chefs dann begründen, warum man nicht auch von zuhause arbeiten kann. Das ist der richtige Schritt.

    Ebenso, dass medizinische Masken die Stoff-Masken ersetzen sollen. Sie filtern definitiv besser als der selbst genähte Mund-Nasen-Schutz. Kleine Einschränkung: Die FFP2-Maske muss nicht überall sein, beim schnellen Click and Collect ist sie übertrieben. Als Arbeitsschutzinstrument sollte sie vor allem denen zur Verfügung stehen, die sie am nötigsten haben, also Mitarbeitenden im Gesundheitssystem und Risikogruppen.

    Die Kleinen leiden unter den Schulschließungen

    Alles so weit richtig. Schlechte Noten verdient die Politik allerdings dafür, dass sie die Schulen weiterhin komplett geschlossen hält. Zumindest für die Grundschulen müsste es Konzepte und Ideen geben, sie im Wechselunterricht zu öffnen. Dafür hatten die Kultusminister schon am 5. Januar plädiert und die Stimmen dafür werden zu Recht lauter. Ja, Kinder können das Virus bekommen, sie können es weitergeben, sie sind aber in der Regel weniger von schweren Verläufen betroffen. Unter dem Unterricht zuhause allerdings leiden die Kleinen sehr.

    Eine Achtjährige Vormittage lang vor Videoschalten zu setzen, ist ein Alptraum, sie nur mit kopierten Arbeitsblättern zu beschäftigen auch. Warum also nicht den Stundenplan entschlacken, den Lehrplan entzerren und jedes Kind ein paar Stunden am Tag in die Schule schicken, vormittags eine Gruppe, nachmittags die andere. Die Lehrerinnen stattet man mit FFP2-Masken aus, die Kinder mit OP-Masken. Man hätte sich längst etwas überlegen können, das ist nicht geschehen. Auch wissen wir immer noch zu wenig darüber, wo und wie Menschen sich anstecken und wie effizient die beschlossenen Maßnahmen tatsächlich sind, die Datenlage ist mau.

    Und so bleibt der Eindruck, dass die Politik getrieben ist und die mit der geringsten Lobby das ausbaden müssen.

    Ein Kommentar von Jeanne Turczynski, Redaktion Bildung und Wissen

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