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Kommentar: Die weise Wahl der CDU | BR24

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Die CDU hat weise gewählt: Sie schickt Friedrich Merz nach Hause, bittet Jens Spahn ins Wartezimmer und übergibt Annegret Kramp-Karrenbauer die Macht. Alles richtig so, kommentiert Achim Wendler.

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Kommentar: Die weise Wahl der CDU

Die CDU hat weise gewählt: Sie schickt Friedrich Merz nach Hause, bittet Jens Spahn ins Wartezimmer und übergibt Annegret Kramp-Karrenbauer die Macht. Alles richtig so, kommentiert Achim Wendler.

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Die CDU hat einer starken Versuchung widerstanden: Sie gibt sich nicht ihren Sehnsüchten nach der guten alten Kohl-Ära hin. Nein, die CDU kehrt nicht zurück in die Politik der 90er-Jahre. Sie bleibt modern.

Merkel: Die Dominanz der alten Männer brechen

Das heißt zunächst, die CDU wird nicht wieder zur Partei der alten Männer. Noch bevor Angela Merkel Generalsekretärin wurde, hatte sie gesagt: Man müsse die Dominanz der alten Männer in der Partei brechen. Merkel hatte Erfolg und seit heute ist klar, dieser Erfolg war keine Episode, er ist dauerhaft.

Die Schwäche von Friedrich Merz

Aber man darf sich nichts vormachen, das alles liegt nicht nur an der Klugheit der CDU. Es liegt auch an der Schwäche von Friedrich Merz. Seine Rede in Hamburg war eine einzige Enttäuschung. Uninspiriert vorgelesen, Floskel folgte auf Plattitüde und umgekehrt. Obendrein verstieg er sich zu der seltsamen Behauptung, er habe die Wahlkampf-Strategie der "asymmetrischen Demobilisierung" in einem seiner Bundestagswahlkämpfe erfolgreich angewandt. Dieser Strategie bedient sich die CDU aber erst seit 2009, und in diesem Jahr kandidierte Merz gar nicht mehr für den Bundestag.

Nein, so einen Mann braucht die CDU nicht an ihrer Spitze. Vom legendären Rhetoriker Merz war nichts zu sehen. Im Rückblick war das alles ein bloßer Merz-Hype.

Zupackende, motivierende Annegret Kramp-Karrenbauer

Annegret Kramp-Karrenbauer lieferte in Hamburg das Gegenteil. Sie sprach inspirierend, zupackend, motivierend. Vor allem: Sie überzeugte inhaltlich.

Und nun? Die CDU genießt gerade ihre neue Debattenkultur. Debatte ist für alle schön und leicht, solange keiner nachgeben muss. Jetzt gibt es Verlierer. Jetzt müssen die Christdemokraten beweisen, dass sie auch nach Niederlagen fruchtbar debattieren. Das richtet sich vor allem an die enttäuschten Merz-Anhänger. Sie dürfen ihre Enttäuschung nicht zu Frust werden lassen.

Die CDU hat jetzt alle Möglichkeiten. Sie kann zeigen, dass der Niedergang der Volksparteien in Europa nicht zwangsläufig ist. Nein, sie muss es zeigen.

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  • Achim Wendler
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