Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt
Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt

Kommentar: Anreize des Klimapakets sind zu niedrig | BR24

© BR24

BR-Chefredakteur Christian Nitsche

21
Per Mail sharen
Teilen

    Kommentar: Anreize des Klimapakets sind zu niedrig

    Das Klimapaket soll dazu motivieren, den eigenen Lebenswandel zu ändern. Doch die Anreize dafür sind zu niedrig. Auch hat die Regierung Angst, Menschen zu überfordern. So sind die Klimaziele nicht erreichbar, meint BR-Chefredakteur Christian Nitsche.

    21
    Per Mail sharen
    Teilen

    Dieses Klimapaket setzt auf sanften Druck, auf Anreize, das Leben in den nächsten Jahren langsam umzustellen. Autofahren wird einen Tick teurer, Bahnfahren etwas billiger, ebenso der Umstieg auf Elektroautos oder effizientere Heizungen. Es ist klug, auf solche Anreize zu setzen, die Menschen zum Umstieg zu motivieren und nicht einfach zu zwingen.

    Aber die Anreize sind viel zu niedrig. Ihre Lenkungswirkung ist zu gering, sagt auch das renommierte Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. Der Staat muss also weitaus mehr Geld in die Hand nehmen. Lieber jetzt verschulden, um Investitionen auszulösen und riesige Folgekosten abzuwenden. Vom heutigen Tag geht kein Run auf Elektroautos aus, die Nutzung der Bahn wird nicht exorbitant steigen.

    Regierung erspürt mit Klimapaket, was politisch vermittelbar ist

    Immerhin erleben wir einen politischen Wandel: Die CSU positioniert sich weiter als Klimaschutzpartei. Auch CDU und SPD sehen mit jedem wegbrechenden Eisberg ihr Fundament bröckeln. Auf der anderen Seite spricht aus dem jetzigen Klimapaket große Angst, die Menschen zu überfordern. Die Regierung streckt nur mal einen Fühler aus, um zu erspüren, was politisch vermittelbar ist. Zum Beispiel mit einem künftigen CO2-Preis.

    Nichts soll wirklich wehtun, in der Summe aber etwas bringen. Das mag politisch elegant sein, bedeutet aber zu wenig Ambition. So wird Deutschland seine Klimaziele auch bis 2030 nicht erreichen, schätzen Forscher. Die Regierung muss also zügig nachbessern. Aber auch jeder einzelne Bürger kann seinen Beitrag leisten. Klar, das kostet Kraft und Überwindung. Aber nur noch unsere Generation hat es in der Hand, die drohende Klimakrise abzuwenden.

    Ein Kommentar von Christian Nitsche, Chefredakteur Bayerischer Rundfunk