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Kobra in Herne entwischt: Sind giftige Haustiere bald verboten? | BR24

© dpa/Caroline Seidel

Herne: Schlangenexperte Roland Byner geht mit einer Kiste zu dem Eingang eines Mehrfamilienhaus, um dort nach einer entwischten Kobra zu suchen.

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    Kobra in Herne entwischt: Sind giftige Haustiere bald verboten?

    Seit Tagen wird in Herne nach einer verschwunden Gift-Kobra gesucht. Zahlreiche Mieter können nicht mehr in ihre Wohnungen - die Schlange könnte drinnen lauern. Jetzt diskutiert die Politik schärfere Auflagen für Schlangen-Halter.

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    Nach tagelanger Aufregung über eine entwischte Monokelkobra in Herne mehren sich Forderungen nach deutlich strengeren Auflagen für private Halter von gefährlichen Tieren.

    Haltungsverbot für Gifttiere in NRW gefordert

    Nordrhein-Westfalens Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) sagte bereits am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur: "Ich persönlich bin gegen die Haltung sehr gefährlicher Tierarten in Wohnungen oder Häusern." Bisher gelten im bevölkerungsreichsten Bundesland für die Haltung wildlebender Tiere in Privathaushalten kaum Vorgaben, solange Artenschutz-Regeln erfüllt werden.

    "Besonders gefährliche und hochgiftige Tiere gehören nicht in Privatwohnungen", forderte auch der nordrhein-westfälische Grünen-Landtagsabgeordnete Norwich Rüße. Für potenziell tödliche Tiere wie Giftschlangen, Skorpione, Krokodile oder Raubkatzen solle ein Haltungsverbot gelten. "Ich werde mich auf Landesebene dafür einsetzen, dass die Haltung giftiger Tiere in Nordrhein-Westfalen verboten wird", kündigte auch der Herner SPD-Landtagsabgeordnete Alexander Vogt an.

    "Gefahrtiergesetz" zuvor an Kommunen gescheitert

    SPD und Grüne hatten bereits 2014 - damals als Regierungsfraktionen - ein Gefahrtiergesetz angestrebt. Der Vorstoß war aber vor allem am Widerstand der Kommunen gescheitert. Heinen-Esser sagte, ihr Ministerium prüfe gerade "die bestehenden rechtlichen Vorgaben und potenziell weitergehende Regelungen, eventuell auch eine Bundesratsinitiative". Die Ministerin verwies einerseits auf die Gefährlichkeit der Tiere, zudem habe sie "Zweifel, ob die Haltung solcher Tiere in Wohnungen art- und tiergerecht ist".

    Anzeigepflicht für gefährliche Haustiere

    Nach den Vorstellungen von Grünen und SPD soll es neben dem Haltungsverbot für besonders gefährliche Tiere auch Regelungen für gefährliche Tiere geben, die Menschen zwar nicht töten, aber verletzen können - etwa Schnappschildkröten oder Vogelspinnen. Für sie soll eine Anzeigepflicht eingeführt werden.

    "Es ist wichtig, dass die Behörden wissen, welche gefährlichen Tiere in ihrem Verantwortungsbereich leben. Das ist die Grundlage dafür, Unbeteiligte vor gefährlichen Tiere zu schützen", sagte der Grünen-Abgeordnete Rüße. Außerdem hatte der rot-grüne Gesetzesvorschlag eine verpflichtende Haftpflichtversicherung für mögliche Schäden durch die Tiere vorgesehen.

    Suche nach verschwundener Kobra geht weiter

    Die vermutlich am Sonntag aus einer Privatwohnung entwischte Kobra aus Herne war am Dienstagabend immer noch verschwunden. Bei der Suche setzt die Stadt jetzt auf eine Fachfirma. Wie die Spezialisten genau vorgehen, werde im Laufe des Tages bekannt gegeben, sagte die Sprecherin. Die Experten seien in ähnlichen Fällen bereits tätig gewesen, hieß es.

    30 Hausbewohner weiterhin evakuiert

    Die Schlange, eine hochgiftige Monokelkobra mit einer geschätzten Länge von mindestens 1,40 Metern, war am Sonntag im Treppenhaus von einer Bewohnerin entdeckt worden. Das Mehrfamilienhaus und drei weitere Häuser wurden aus Sicherheitsgründen am Sonntag evakuiert. Dreißig Menschen mussten ihre Wohnungen verlassen und konnten noch nicht zurückkehren.

    Hausbewohner mit 20 Schlangen bestreitet Besitz der Kobra

    Die Stadt vermutet, dass die Kobra aus der Wohnung eines Mieters stammt, in der dieser rund 20 Giftschlangen hielt. Ihm wurde die Haltung der Schlangen mittlerweile untersagt. Der Mann hatte nach Angaben der Stadt Herne bestritten, dass die Kobra aus seinen Beständen stammt.