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Klöckner will Kükentöten per Gesetz verbieten | BR24

© picture alliance/KEYSTONE

Millionen männliche Küken werden noch immer in Deutschland direkt nach dem Schlupf vergast

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    Klöckner will Kükentöten per Gesetz verbieten

    Lange setzte Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner auf freiwillige Vereinbarungen mit der Geflügelwirtschaft. Weil die Branche bestehende Alternativen aber nicht nutze, soll das Töten von männlichen Küken jetzt gesetzlich verboten werden.

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    Das Töten frisch geschlüpfter männlicher Küken aus wirtschaftlichen Gründen soll in Deutschland per Gesetz verboten werden. Das Bundeslandwirtschaftsministerium arbeitet laut einer Sprecherin bereits an einem Entwurf. Denn: Vorschläge aus der Geflügelwirtschaft hätten bisher nicht ausgereicht.

    So begründet auch Ministerin Julia Klöckner die Entscheidung in der "Neuen Osnabrücker Zeitung": "Da ich bislang nicht erkennen konnte, dass die Branche die bestehenden Alternativen auch nutzt, um das Kükentöten bis Ende 2021 flächendeckend zu beenden, lege ich ein Gesetz vor."

    45 Millionen vergaste Küken allein in Deutschland

    Die CDU-Politikerin verwies auf Alternativen wie die Geschlechtsbestimmung bereits im Ei, die das Bundeslandwirtschaftsministerium fördert, oder das sogenannte Zweinutzungshuhn. Dabei werden die männlichen Tiere gemästet, um am Ende gegessen zu werden.

    Bisher werden allein in Deutschland jährlich rund 45 Millionen männliche Küken getötet, da sie keine Eier legen und nicht so viel Fleisch ansetzen. Tierschützer kritisieren diese Praxis seit Jahren. 2019 hatte das Bundesverwaltungsgericht entschieden, dass das Kükentöten in der Legehennenzucht nur noch für eine Übergangszeit zulässig ist. Und zwar so lange, bis Brutbetrieben Verfahren zur Geschlechtsbestimmung im Ei zur Verfügung stehen.

    Geflügelwirtschaft stellt sich gegen Verbot

    Der Präsident des Zentralverbandes der Geflügelwirtschaft, Friedrich-Otto Ripke, warnte jetzt in der "NOZ" vor einem Verbot. Dieses würde sich durch einen Import von Legehennen aus dem Ausland leicht umgehen lassen. Klöckner würde mit einem Gesetz falsche Tatsachen vortäuschen. Denn: "Das Kükentöten für in Deutschland genutzte Jung- und Legehennen würde im Ausland weitergehen", sagte Ripke.

    Er warb stattdessen für eine Branchenvereinbarung, an der sein Verband und der Handel arbeiten. Darin soll festgehalten werden, dass alle bestehenden Alternativen genutzt werden, um künftig auf das Kükentöten zu verzichten. Im Jahr 2023 würden dann laut Ripke nur noch Legehennen in Ställen leben, bei deren Aufzucht keine männlichen Tiere getötet wurden.

    Ausstieg bis Ende 2021

    Klöckner ist das zu spät. Ihr erklärtes Ziel bleibe, bis Ende 2021 in Deutschland ganz aus dem Töten männlicher Küken ausgestiegen zu sein, hatte sie wiederholt erklärt - Anfang des Jahres sogar in einer gemeinsamen Initiative mit dem französischen Landwirtschaftsminister Guillame.

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