Bild

Kükentöten bald vorbei?
© Bayerischer Rundfunk

Autoren

Jonathan Schulenburg
© Bayerischer Rundfunk

Kükentöten bald vorbei?

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) sieht Chancen für ein baldiges Ende der Massentötung männlicher Küken. Klöckner verwies heute in Berlin auf eine neue Methode der Geschlechtsbestimmung von Küken im Brutei. Dabei handele es sich um ein Verfahren des Supermarktkonzerns Rewe.

Millionen-Förderung

Um die Massentötung zu beenden, fördert das Landwirtschafts-Ministerium bereits seit Jahren mit insgesamt rund fünf Millionen Euro die Entwicklung von Verfahren zur Geschlechtsbestimmung im Ei. Die Eier mit männlichen Küken werden dann gar nicht erst ausgebrütet. Klöckner betonte immer wieder: "Küken zu töten, weil Sie das falsche Geschlecht haben, ist moralisch nicht hinnehmbar. Wir müssen das Töten männlicher Eintagsküken mit einer praxistauglichen Alternative schnellstmöglich beenden."

Ende des Kükentötens in Sicht?

Das "Seleggt"-Verfahren ist eines von zwei geförderten Verfahren. Klöckner sieht nun aber einen "Durchbruch auf dem Weg zum Beenden des Kükentötens." Vorteil ist dem Ministerium zufolge, dass die Geschlechtsbestimmung durch einen Hormonnachweis erfolgt, ohne dabei das Innere des Bruteis zu berühren oder zu verletzen. Bei dem Seleggt-Verfahren wird das Ei neun Tage gebrütet und dann mit einer feinen Nadel ein paar Tropfen Flüssigkeit entnommen. Nach "Seleggt"-Angaben liege die Bestimmungsgenauigkeit des Geschlechts bei ca. 98 Prozent.

Praxisreif wohl erst 2019/20

Bereits im laufenden Monat sollen Eier, die das neue Verfahren durchlaufen haben, zunächst in Berliner Supermärkten erhältlich sein. Flächendeckende Praxisreife soll nach Angaben von "Seleggt" dann endgültig 2019 bzw 2020 erfolgen.

Alternative mit Licht

Es gibt aber auch eine Alternative, die auch vom Landwirtschaftsministerium gefördert wird. Sie arbeitet mit Licht. Das Ministerium erklärt es so: Das Ei werde etwa vier Tage lang bebrütet, dann ein kleines Loch in das Ei gemacht und ein spezieller Lichtstrahl in das Innere des Eis geschickt. Das Geschlecht werde durch eine Analyse des reflektierten Lichts bestimmt. Im Anschluss werde das Ei wieder verschlossen.