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Klöckner kündigt massive Aufforstung deutscher Wälder an | BR24

© BR/Achim Wendler

Der Wald leidet unter dem Klimawandel. Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner hat Nothilfen und eine Strategie angekündigt. Geplant ist es, in großem Stil neue Bäume zu pflanzen. Vorbild dafür ist Bayerns "Riesenoffensive".

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Klöckner kündigt massive Aufforstung deutscher Wälder an

Der Wald leidet unter dem Klimawandel. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner kündigte Nothilfen und eine Strategie an. Geplant ist demnach, in großem Stil neue Bäume zu pflanzen. Vorbild dafür sei Bayerns "Riesenoffensive".

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Von einer "Zäsur draußen im Wald" spricht Julia Klöckner. Ein Prozent der Waldfläche in Deutschland, rund 100.000 Hektar, ist kaputt gegangen - durch Dürre, Stürme und Schädlinge. Ursache ist der Klimawandel, vor dem die CDU-Politikerin den Wald nun mit einer Strategie wappnen will: "Ich stehe für standort- und klimaangepasste Mischwälder", sagte Klöckner nach einem Treffen mit Waldbesitzern, Naturschützern und Vertretern der Forstwirtschaft. Also Misch- statt Nadelwald.

Auch Laubbäume leiden

Einer von Klöckners Gästen war Andreas Bolte, Leiter des Thünen-Instituts für Waldökologie. Er zeigte sich überrascht vom schlechten Zustand vieler Laubbaumarten, allen voran der Buche, "von der ich dachte, dass sie deutlich robuster ist". In Bayern sind vor allem der Bayerische Wald und Oberfranken vom Baumsterben betroffen.

Das Thünen-Institut in Braunschweig ist ein Bundesforschungsinstitut im Geschäftsbereich des Landwirtschaftsministeriums.

Zu wenige Förster?

Ministerin Klöckner kündigte an, den Wald massiv aufzuforsten. Details nannte Klöckner nicht. Ein Problem sei aber, dass es zu wenig Förster gebe. Grund dafür sei der von einigen Bundesländern verhängte Einstellungsstopp.

"Riesenoffensive" in Bayern

Ausdrücklich nannte Klöckner dagegen Bayern als Vorbild: Das Land habe "eine Riesenoffensive" für den Wald gestartet. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte im Juli angekündigt, den Staatswald nicht mehr gewinnorientiert zu bewirtschaften, sondern zum "Klimaspeicher" umzubauen. 30 Millionen Bäume sollen in Bayern in den nächsten Jahren gepflanzt werden.

Gegen Monokulturen

Wie Klöckner sich die Aufforstung Deutschlands genau vorstellt, ist noch offen. Eine Strategie sollen Bund und Länder Ende September bei einem "Waldgipfel" beschließen. In Monokulturen sieht Klöckner jedenfalls keine Zukunft:

"Wenn Fichte auf Fichte folgt, haben wir weitere Probleme." Julia Klöckner, Bundeslandwirtschaftsministerin

Derzeit stünden in Baumschulen eine Milliarde Setzlinge bereit. Instituts-Chef Bolte empfahl, verstärkt nicht-heimische Baumarten auszuprobieren - wie Esskastanie, Roteiche, Ungarische Eiche und Douglasie.

Ruf nach Hilfen

Wegen der großen Schäden fordern Waldbesitzer und Vertreter der Forstwirtschaft Nothilfen in Milliardenhöhe. Sie wollen damit zum Beispiel totes Holz aus den Wäldern entfernen. Dessen Menge werde noch zunehmen, warnt Josef Ziegler, Präsident des Bayerischen Waldbesitzerverbandes: Denn wegen der "abgestürzten Holzpreise" lohne es sich für Waldbesitzer nicht mehr lohnt, Holz überhaupt noch zu ernten. Anton Hofreiter, Fraktionschef der Grünen im Bundestag, schlug vor, einen Waldfonds in Höhe von einer Milliarde Euro einzurichten. Ansonsten drohe "ein zweites Waldsterben".

© BR

Dem deutschen Wald gehts miserabel - durch Dürre, Borkenkäfer und Sturmschäden. Deswegen heute ein Wald-Krisengipfel in Berlin bei Landwirtschaftsministerin Klöckner! Die Runde will den Wald retten - mit viel Wissen, Zeit und Geld.