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Klöckner kritisiert Tierwohllabel der Supermärkte | BR24

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Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner (CDU) hält die von mehreren Supermärkten eingeführte Tierwohllabels für unzureichend. Es sei keine "kreative Eigenleistung, sondern ein Sortiersystem". Doch auch Klöckner selbst steht in der Kritik.

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Klöckner kritisiert Tierwohllabel der Supermärkte

Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner (CDU) hält die von mehreren Supermärkten eingeführten Tierwohllabels für unzureichend. Es sei keine "kreative Eigenleistung, sondern ein Sortiersystem". Doch auch Klöckner selbst steht in der Kritik.

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Mehrere Supermärkte haben auf freiwilliger Basis ein Label eingeführt, das Verbraucher über die Haltung der Tiere Auskunft geben soll. Aldi, Edeka, Kaufland, Lidl, Netto, Penny und Rewe wollen sich an der neuen Kennzeichnung beteiligen.

Vierstufensystem bei der Kennzeichnung von Fleisch

Das einheitliche System sieht vier Stufen vor: Die erste Stufe "Stallhaltung" entspricht lediglich den gesetzlichen Anforderungen. Fleisch, das mit der Stufe 2 - "Stallhaltung plus" - gekennzeichnet ist, sichert Tieren unter anderem mindestens zehn Prozent mehr Platz und zusätzliches Beschäftigungsmaterial. Stufe 3 namens "Außenklima" garantiert Tieren noch mehr Platz und Frischluft-Kontakt. Stufe 4 heißt "Premium". Da haben die Tiere auch Auslaufmöglichkeiten im Freien. Biofleisch etwa soll in diese Stufe eingeordnet werden.

Kritik von der Bundeslandwirtschaftsministerin

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) kritisierte dieses handelseigene Herkunftssiegel für Fleisch- und Fleischprodukte als unzureichend. Diese Kennzeichnung sei zwar ein erster Schritt, "aber der Handel hat nur einsortiert, was es schon gibt", sagte sie dem RBB. "Deshalb sind die Kriterien auch etwas übersichtlich. Die beziehen sich nur auf den Stall. Das staatliche Tierwohlkennzeichen, das ich anstrebe, das ist dagegen viel umfassender."

Für die Verbraucher sei durch die neuen Etiketten weiter nicht ersichtlich, wie es um das Wohl des Tieres in seiner gesamten Lebenszeit bestellt war, kritisierte Klöckner. "Bei der Haltungskennzeichnung des Handels handelt es sich nicht um eine kreative Eigenleistung, sondern um ein Sortiersystem."

Grüne attackieren Klöckner

Allerdings steht die Bundeslandwirtschaftsministerin auch selbst in der Kritik. In ihrem Ministerium arbeitet man seit längerem an einem staatlichen freiwilligen Tierwohllabel – allerdings soll dieses nicht vor 2020 kommen. Der Handel ist dem mit seiner Kennzeichnung nun zuvorgekommen.

Das wertet Rosi Steinberger, Landtagsabgeordnete der Grünen in Bayern, als "Armutszeugnis" für Klöckner. "Die Bundesregierung hat schon so lange versprochen, ein Haltungskennzeichnungslabel einzuführen, und schafft es einfach nicht", so Steinberger. Die Haltungskennzeichnung der Supermärkte dürfe deswegen nur ein Übergang sein.