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Kliniken blocken immer weniger Betten für Covid-19-Patienten | BR24

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Trotz steigender Infektionszahlen: Die Kliniken in Deutschland halten gerade deutlich weniger Intensiv-Betten für Corona-Patienten frei als noch vor einigen Wochen und Monaten. Experten bewerten das unterschiedlich.

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Kliniken blocken immer weniger Betten für Covid-19-Patienten

Trotz steigender Infektionszahlen: Die Kliniken in Deutschland halten gerade deutlich weniger Intensiv-Betten für Corona-Patienten frei als noch vor einigen Wochen und Monaten. Experten bewerten das unterschiedlich.

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Noch im März und April hatten Patienten, die sich zum Beispiel an der Hüfte oder am Knie operieren lassen wollten, ein Problem: Weil die Corona-Infektionszahlen so bedrohlich nach oben gingen, mussten die Krankenhäuser sich auf das Schlimmste gefasst machen - und alle planbaren Operationen verschieben. Etliche Kliniken behandelten sogar nur noch Patienten, die sich mit dem Corona-Virus infiziert hatten.

Mittlerweile ist die Lage anders. Wie die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" berichtet, blocken die Kliniken immer weniger Betten auf ihren Intensiv-Stationen für Covid-19-Patienten. In Baden-Württemberg zum Beispiel wurde die Quote in dieser Woche deutlich gesenkt: Zehn Prozent der Intensiv-Betten müssen jetzt für Covid-19-Fälle frei gehalten werden. Davor war es noch jedes dritte Bett.

Bayern hält keine Intensivbetten mehr frei

Andere Bundesländer sehen es offenbar noch gelassener: In Bayern und Brandenburg müssen die Krankenhäuser dem Bericht zufolge seit dem Sommer gar keine Intensivbetten mehr für Covid-Patienten freihalten. Hamburg schaffte die Quote im August ab, Sachsen-Anhalt Anfang September. Nur in Rheinland-Pfalz sollen die Kliniken weiterhin jedes fünfte Intensivbett blocken. Und das solle auch erstmal so bleiben, betonte eine Sprecherin des Mainzer Gesundheitsministeriums.

Ärztepräsident sieht keine großen Probleme

Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, hält die deutschen Krankenhäuser trotzdem für gut aufgestellt. Sollte es wieder mehr Patienten mit schwerem Verlauf geben, bliebe den Kliniken genug Zeit, ihre Kapazitäten wieder hochzufahren, sagte Reinhardt der Zeitung. Allerdings: Ganz auf die Quotenregelung verzichten würde er nicht:

"Grundsätzlich finde ich es angesichts der aktuellen Infektionslage richtig, wenn ein Anteil von etwa zehn Prozent der Intensivbetten für Covid-Patienten frei gehalten wird." Ärztepräsident Klaus Reinhardt

Engpässe beim Intensiv-Personal?

Werden Intensiv-Betten nicht aufgespart, dann könnte es im Fall des Falles aber auch dazu kommen, dass das Personal knapp wird. Darauf weist der Präsident des Berufsverbands der Deutschen Anästhesisten, Götz Geldner, hin. Und noch eine Gefahr sehen Mediziner: Kommt es tatsächlich zu einem starken Anstieg von schweren Covid-Fällen, dann müssten Patienten wohl wieder unter den Krankenhäusern aufgeteilt werden: keine ganz leichte Aufgabe.

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