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Bildrechte: BR/Markus Feulner

Eine Risikoanalyse, die die Bundesregierung in Auftrag gegeben hatte, zeigt: Der Klimawandel bedroht in Deutschland nicht nur die Umwelt, er hat auch Auswirkungen auf die Infrastruktur und schwerwiegende Folgen für die Wirtschaft.

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Hitze und Krankheiten – Risiken durch den Klimawandel steigen

Der Klimawandel ist eine Bedrohung für die Gesundheit aller. So steht es in der so genannten Klimawirkungs- und Risikoanalyse des Bundes. Umweltministerin Svenja Schulze fordert schnelles Handeln, kann aber die Kosten der Maßnahmen nicht beziffern.

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Von
  • Anita Fünffinger

Deutschlands Städte müssen grüner werden. Die Böden brauchen mehr Humus und Mulch. An den Küsten sollte mehr Naturgras wachsen. Und im Straßenbau muss der Belag Hitze- und Starkregen besser aushalten. Diese und dutzende andere Maßnahmen haben Experten in der Klimawirkungs- und Risikoanalyse aufgeschrieben. Viele davon setzen einige Kommunen bereits um. Das reicht aber nicht, um die Folgen des Klimawandels für den Menschen abzumildern. Vielmehr müssten alle Maßnahmen auf allen politischen Ebenen schnell zusammengeführt werden.

Der Klimawandel hat auch Auswirkungen auf die Gesundheit

Bundesumweltministerin Svenja Schulze, SPD, nennt ein einfaches Beispiel: Bis ein Stadtbaum gewachsen ist und in der überhitzten Stadt Schatten spendet, dauert es. Ein kleiner Baum hilft noch nicht viel. Die Dringlichkeit für Stadtbäume und andere Maßnahmen wie die Verschattung von Gebäuden macht Professor Dirk Messner, der Präsident des Umweltbundesamtes, UBA, klar. Der Mensch leide vielerorts bereits jetzt unter steigenden Temperaturen. Allergien, Atembeschwerden und Kreislaufprobleme nähmen zu. Die Ergebnisse der Analyse seien eindeutig: Die Gesundheit der Ökosysteme ist mit der Gesundheit der Menschen unmittelbar verbunden.

Dabei sollte man beispielsweise Städte so umgestalten, dass Gebäude in der Lage sind, selbst Starkregen wie ein Schwamm aufzunehmen. Asphaltierte Flächen müssten mit wasserdurchlässigen Baustoffen ersetzt werden. Die technischen Möglichkeiten dazu gibt es bereits.

In Bayern nehmen Hitze und Trockenheit zu

Deutschlands Regionen spüren die bisherigen Auswirkungen des Klimawandels bisher unterschiedlich stark. Am Rhein und der Spree befinden sich die wärmsten Regionen. Industriestandorte leiden häufig unter Niedrigwasser.

Auf der Karte des Umweltbundesamtes ist deutlich zu erkennen, dass in Bayern Hitze und Trockenheit stark zunehmen. Aber auch die Gefahr von Starkregen steigt. Diese Auswirkungen sind vor allem für die Infrastruktur und Gebäude von großer Bedeutung. Im schlimmsten Fall werden Häuser und Straßen entweder durch Risse wegen der Hitze oder durch Überschwemmungen beschädigt. Das hat nicht nur Auswirkungen auf den einzelnen Menschen, sondern auch für die Wirtschaft.

Klimawirkungs- und Risikoanalyse als Vorlage für die Politik

Bundesumweltministerin Svenja Schulze mahnt zur Eile. Daseinsvorsorge gehöre zur wesentlichen Aufgabe der Kommunen. Der Bund stelle Mittel zur Verfügung. Diese würden auch gern angenommen. Einen Gesamtpreis kann die Ministerin aber auch nach mehrfachen Nachfragen nicht nennen. Die vielen Einzelmaßnahmen, die die Experten vorschlagen, lassen sich offenbar nicht auf einem Zettel zusammenrechnen.

Die Klimawirkungs- und Risikoanalyse wurde im Auftrag der Bundesregierung durch Experten aus 25 Bundesbehörden erarbeitet. Sie dient nun als Vorlage für die weitere Strategie der Politik im Kampf gegen den Klimawandel. Es ist darin kein Plan enthalten, wie oder wer die unterschiedlichen Maßnahmen bündeln und zusammenführen sollte. Dabei fordern die Experten genau das.

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