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Das einzigartige Marschland des Mississippi-Deltas droht zerstört zu werden. Eine Belastung für Mensch und Tier ist nicht nur die Öl- und Gasindustrie Louisianas, sondern vor allem Wirbelstürme und die Nachwirkungen der Ölpest von Deepwater Horizon.

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Klimawandel: Der Süden Louisianas versinkt im Ozean

An der Südküste der USA sind bereits tausende Quadratkilometer Land überflutet. Weil wegen der Klimaerwärmung die Polkappen schmelzen, steigt der Meeresspiegel. Das einzigartige Marschland des Mississippi-Deltas droht zerstört zu werden.

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Von
  • Claudia Sarre
  • Nina Landhofer

Das riesige Sumpfgebiet im Süden der USA ist ein einzigartiges Ökosystem mit seltenen Fisch-, Amphibien- und Vogelarten. Doch der Klimawandel setzt dem Marschland am Golf von Mexiko mächtig zu. Die steigenden Meeresspiegel fressen die Sumpfgebiete auf. Umweltschützerinnen wie Cynthia Sarthou sind alarmiert. Die 65-Jährige leitet die Umweltorganisation Healthy Gulf und setzt sich seit fast 30 Jahren für die Rettung der bedrohten Küstenlandschaft ein.

"Wir verlieren alle eineinhalb Tage Sumpfland in der Größe eines Fußballfeldes", sagt sie "Was heute noch Sumpf ist, könnte nächste Woche schon offenes Wasser sein. Viele Gemeinden sind auf das Marschland angewiesen – als Schutz vor einer Sturmflut. Die Bewohner sind wirklich gefährdet und sogar gezwungen umzuziehen."

Deiche und Kanäle zerstören Sümpfe

Tatsächlich haben schon viele Menschen die Küsten von Louisiana verlassen. Auf der Isle de Jean Charles – einer Insel mitten im Delta - leben nur noch vier indigene Familien. Die Mitglieder des Biloxi-Chitimacha-Choctaw Stammes hatten seit acht oder neun Generationen auf der Insel gelebt. Auch vielen anderen Inselbewohnern steht das Wasser buchstäblich bis zum Hals.

"Es klingt paradox", erklärt Cynthia Sarthou, aber verantwortlich für den Landverlust seien häufig Schutzdeiche, weil sie den Sedimentnachschub verhinderten: "Das Problem ist, dass die USA in den 40er Jahren angefangen haben, Deiche zu bauen, um die Ortschaften am Fluss zu schützen. Aber diese Deiche haben den natürlichen Fluss gestört und auch die Sedimentablagerung verhindert. Als das Land sich absenkte, war nichts da, um es zu ersetzen."

Zusätzlich, so berichtet die Umweltschützerin, sei damals die Öl- und Gasindustrie aufgebaut worden – mit Kanälen für die Schifffahrt und Pipelines: "Durch diese Kanäle kommt Salzwasser in die Sümpfe und zerstört sie."

Gleichzeitig ist die Öl-und Gasindustrie der wichtigste Wirtschaftszweig in Louisiana. Der Bundesstaat hat die höchste Dichte an Erdölraffinerien – mit erheblichen Auswirkungen auf Mensch und Natur.

Statt Blumen und Bäume nur noch Sand und Gras

Zur Grand Isle, einer vorgelagerten Düneninsel mit langem Sandstrand, führt eine lange Brücke. Entlang der Hauptstraße eine Reihe von frischgestrichenen Pfahlbauten. Daneben eine Tankstelle und ein Supermarkt. Tim Bradbury kennt die Insel in und auswendig. Er ist hier geboren und aufgewachsen. Früher, berichtet er, sei das Grand Isle früher viel größer gewesen: "Das Marschland und der Strand waren viel breiter. Die älteren Leute hier hatten Blumen und Bäume in ihren Gärten. Im Frühling hat man die Blumen immer gerochen. Die Bäume waren so dicht, dass es darunter richtig dunkel war."

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