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Klimaforscher Latif warnt vor Rückschlägen im Klimaschutz | BR24

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Mojib Latif

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    Klimaforscher Latif warnt vor Rückschlägen im Klimaschutz

    Wenige Wochen vor Donald Trumps Antritt als US-Präsident hat der Forscher Mojib Latif vor Rückschlägen beim Klimaschutz gewarnt. Trumps geplantes Kabinett sei "durchsetzt von Klimaleugnern und Leuten, die nichts von der Energiewende wissen wollen".

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    Er fürchte, dass Trump seinen Ankündigungen bald Taten folgen lassen wird, sagte der Wissenschaftler vom Kieler Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung der Nachrichtenagentur dpa. Trump tritt sein Amt als US-Präsident am 20. Januar an. Den Klimawandel hat er in der Vergangenheit als eine Erfindung der Chinesen bezeichnet.

    "Jetzt kommt es darauf an, ob man das zarte Pflänzchen, das Obama gepflanzt hat, weiter pflegen kann oder nicht", sagte Latif. Aber nach allem was er bisher gehört habe, gebe es keine Anzeichen, dass die USA den Weg, der bei der Unterzeichnung des Pariser Klimaschutzabkommens beschritten worden war, fortführen möchten.

    "Fatales politisches Signal"

    Für Latif wäre es ein "fatales politisches Signal, wenn die USA beim Klimaschutz aussteigen und rückwärtsgewandt sich wieder den fossilen Energien, insbesondere der Kohle, zuwenden". Auch weil unklar sei, wie sich China - mit rund 29 Prozent der größte Verursacher von CO2 - dann verhält. Die USA und China gemeinsam sind für 44 Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes verantwortlich. Beide Staaten schieben sich laut Latif gegenseitig den "Schwarzen Peter" zu.

    Kritik auch an Deutschland

    Auch Deutschland gehe nicht mit gutem Beispiel voran, sagte Latif - etwa weil die Reduktion der Treibhausgase um 40 Prozent gegenüber 1990 bis 2020 voraussichtlich nicht erreicht werde: "Das ist natürlich ein weiteres fatales Signal, dass der selbst ernannte Klassenprimus sein selbstgestecktes Ziel nicht erreicht." Eine Reduktion um die 30 Prozent werde vielleicht geschafft, aber die 40 Prozent eben nicht, "Und das liegt hauptsächlich daran, dass wir von der Kohle nicht wegkommen."