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#Kleinwalsertalgate: BR-Video zieht Kurz' Erklärung in Zweifel | BR24

© picture alliance / JOCHEN HOFER / APA / picturedesk.com

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP)bei seinem Besuch im Kleinwalsertal am Mittwoch, 13. Mai 2020

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    #Kleinwalsertalgate: BR-Video zieht Kurz' Erklärung in Zweifel

    Bei seinem Besuch im Kleinwalsertal hat Österreichs Kanzler Kurz einen Menschenauflauf verursacht. Es folgten ein Sturm der Entrüstung wegen des fehlenden Abstands - und eine Erklärung des Kanzlers. Ein BR-Video lässt jedoch Zweifel daran aufkommen.

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    Auf den Aufnahmen eines Reporters des Bayerischen Rundfunks ist zu sehen, wie die Wagenkolonne des österreichischen Kanzlers Sebastian Kurz vor dem Zentrum von Mittelberg stoppt, wo es zu dem Menschenauflauf gekommen war. Kurz geht zunächst alleine in Richtung Ortszentrum. Dann wendet er sich zum Straßenrand hin und geht auf die dort wartenden Leute zu.

    Kurz versucht, sich mit "unerwarteter Situation" zu rechtfertigen

    In seiner Erklärung für den Menschenauflauf hatte Kurz von einer "unerwarteten" und "nicht einfachen" Situation gesprochen, die nicht geplant gewesen sei - was durch das Video aber in Zweifel gezogen wird.

    Die Gemeinde hatte laut Kurz angekündigt, dass es sich um eine nicht-öffentliche Veranstaltung handele und keine Treffen mit den Bürgern geplant seien. Warum Kurz dennoch das Treffen mit den Bürgern suchte, ist unklar.

    "Als wir angekommen sind, gab es eine große Traube an Journalisten. Ich habe mehrfach versucht, die Journalisten auch aufzufordern, den notwendigen Sicherheitsabstand einzuhalten. Und als wir dann weiter vorgefahren sind und ins Gemeindeamt hineingehen wollten, da sind da Dutzende Menschen auf die Straße gekommen. Wir haben mehrfach uns bemüht, darauf hinzuweisen, und die meisten Menschen haben auch den Abstand zu mir eingehalten. Aber sie haben halt untereinander oftmals den Abstand nicht eingehalten." Sebastian Kurz, Bundeskanzler der Bundesrepublik Österreich

    Verwunderung bei politischem Beobachter aus Österreich

    Auch das österreichische Kanzleramt hatte die Bilder vom kritisierten "Corona-Bad" in der Menge verbreitet. Eigentlich kontrolliert dort ein Stab die mediale Wirkung des Kanzlers. Der Wiener Politikbeobachter Thomas Hofer ist deshalb erstaunt:

    "Das, was da passiert ist, war ein schwerer und für Sebastian Kurz sehr, sehr ungewöhnlicher PR-Fehltritt." Thomas Hofer, Politikberater

    Das Kanzleramt will nun ein neues Konzept für weitere Besuchsreisen erarbeiten. Soviel steht schon vorweg fest: Auch auf der Straße sei der Mindestabstand einzuhalten - egal, ob man den Kanzler treffe oder einen Freund.

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