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Kita-Lockdown verhindern - So sehen die Pläne des Bundes aus | BR24

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Bundesfamilienministerin Franziska Giffey

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    Kita-Lockdown verhindern - So sehen die Pläne des Bundes aus

    Familienministerin Giffey will erneute coronabedingte Schließungen von Kitas vermeiden. Dabei helfen soll eine groß angelegte, bundesweite Studie zur Rolle von Kindern und Kitas in der Pandemie.

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    • BR24 Redaktion

    Neue flächendeckende Kitaschließungen müssen nach Ansicht von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) unbedingt vermieden werden. "Wir müssen alles tun, um einen zweiten Lockdown zu verhindern", sagte Giffey in Berlin zum Start des neuen Kitajahres.

    Bundesweite Kita-Studie

    Eine Corona-Kitastudie, die gemeinsam vom Deutschen Jugendinstitut (DJI) und dem Robert-Koch-Institut erarbeitet wird, soll erstmals bundesweit das Infektionsgeschehen in der Kinderbetreuung untersuchen. Es gebe zwar bereits Einzelstudien dazu, aber wenige Erkenntnisse darüber, wie ein Regelbetrieb in Kitas sich auf das Infektionsgeschehen auswirke, sagte Giffey.

    Kitaregister startet am Dienstag

    Basis für die Untersuchungen soll ein deutschlandweites Kitaregister sein, bei dem sich die Einrichtungen anmelden können. Sie machen dabei unter anderem Angaben zur Zahl der betreuten Kinder, den Hygienemaßnahmen sowie zur Raum- und Personalsituation.

    Laut Giffey gibt es bereits mehr als 5.000 Registrierungen. DJI-Direktor Thomas Rauschenbach sagte, es seien zehntausend Anmeldungen für aussagekräftige Ergebnisse notwendig. Die Befragungen für die Studie sollen bereits am Dienstag beginnen.

    "Corona-Kita-Rat" soll monatlich zusammenkommen

    Giffey kündigte die Einberufung eines "Corona-Kita-Rates" für den 31. August an. Vertreter von Bund, Ländern, Kommunen, Gewerkschaften, Eltern und Kindertagespflege sollen sich in dem Gremium einmal im Monat über Erfahrungen und Konzepte in den Kitas austauschen.

    Tests für Erzieherinnen und Erzieher

    Die Ministerin sprach sich für kostenlose Coronatests für Erzieherinnen und Erzieher aus. Zudem solle es möglichst feste Gruppen geben. Giffey appellierte an die Eltern, keine kranken und fiebernden Kinder in die Kita zu bringen. Sie begrüße aber auch eine Regelung wie in Berlin, wonach nicht jede Schnupfennase dazu führe, dass ein Kind nicht in die Kita gehen könne.

    Giffey betont Wichtigkeit von Hygienemaßnahmen

    Familienministerin Giffey verwies zudem auf ein Investitionsprogramm des Bundes in Höhe von einer Milliarde Euro zum Ausbau der Kitaplätze in den Jahren 2020 und 2021, mit dem auch Maßnahmen zur Bewältigung der Coronakrise finanziert werden können. Als Beispiele nannte sie unter anderem den Umbau von Schlafräumen zur besseren Belüftung oder die Anschaffung von Desinfektionsspendern.

    "Hygiene ist das A und O, Lüftungsverhalten ist ganz wichtig", sagte die Ministerin. Masken für Kinder in der Kita hält Giffey nicht für praktikabel. Von größeren Veranstaltungen wie Sommerfesten "mit vielen externen" Gästen rate man ab.

    Gewerkschaft fordert Kitas zum Mitmachen auf

    Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) begrüßte die Ankündigungen Giffeys und rief unter anderem die Kitas dazu auf, sich an der Studie zu beteiligen. Die GEW-Vorsitzende Marlis Tepe erklärt, dies mache sicher erstmal Arbeit, aber sie sei sicher, "dass die Ergebnisse helfen werden, die Situation in den Kitas zu verbessern und Probleme sichtbar zu machen".

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