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Kirchenmüde, politikverdrossen, medienkritisch | BR24

© Montage BR aus pa/dpa/coloubox

Symbolbild: Die junge Generation ist kirchenmüde, politikverdrossen und medienkritisch

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    Kirchenmüde, politikverdrossen, medienkritisch

    Die jüngeren Deutschen haben mehrheitlich weder großes Vertrauen in Politik noch in religiöse Institutionen oder Medien. Das sind die neuesten Ergebnisse der Studie "Generation What?". Von Tobias Bönte und Ernst Eisenbichler

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    Mehr als 930.000 User aus 35 Ländern haben bislang teilgenommen an "Generation What?", einer europaweiten Online-Erhebung zur Lebenswelt von Menschen zwischen 18 bis 34 Jahren. Nach den Fragen zu Lebensglück, Sexualität, Angst, Arbeit und Bildung stehen diesmal die deutschen Ergebnisse zu Vertrauen in Institutionen im Fokus.

    Über zwei Drittel ohne Vertrauen in Politik

    Das werden Politiker nicht gern hören: Nur 1 Prozent der jüngeren Deutschen vertraut laut der Studie der Politik völlig. Aus 71 Prozent dagegen spricht Politikverdrossenheit. Dabei sind die älteren Befragten deutlich skeptischer als die jüngeren: Nur 27 Prozent der 30- bis 34-Jährigen vertrauen in die Politik, bei den 18- bis 19-Jährigen sind es immerhin 37 Prozent.

    Religiöse Institutionen kommen nicht mehr an

    Nicht nur Politikern, auch religiösen Institutionen wird wenig vertraut. Dabei wurde bewusst nicht nach einer bestimmten Institution - etwa der katholischen oder evangelischen Kirche - gefragt, sondern nach dem Vertrauen in religiöse Institutionen allgemein.

    Auch Watschen für Medien und Justiz

    Den Medien geht es nicht viel besser als Politik und Religion. Nur drei Prozent der Befragten haben volles Vertrauen in Medien, 28 Prozent geben an, dass sie den Medien mehr oder weniger vertrauen. 40 Prozent stehen den Medien skeptisch gegenüber, 25 Prozent haben gar kein Vertrauen.

    Kaum Unterschiede zwischen Ost und West

    Bei allen Fragen zum Vertrauen in Institutionen fällt auf, dass es offenbar keine signifikanten Unterschiede zwischen jungen Ost- und Westdeutschen gibt. Angesichts des großen Zulaufs für Pegida und deren Parolen über die "Lügenpresse" erscheint es besonders überraschend, dass mehr junge Ostdeutsche (34 Prozent) als junge Westdeutsche (30 Prozent) Vertrauen in die Medien haben.