Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt
Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt

Kindesmissbrauch auf Campingplatz: Jugendamt prüft Versagen | BR24

© dpa-Bildfunk/Guido Kirchner

Nordrhein-Westfalen, Lüdge: Absperrband der Polizei um das Gebäude auf dem Campingplatz

Per Mail sharen
Teilen

    Kindesmissbrauch auf Campingplatz: Jugendamt prüft Versagen

    Nach dem Kindesmissbrauch auf einem Campingplatz hat der Landkreis Hameln-Pyrmont umfassende Aufklärung zu den Jugendamtsentscheidungen angekündigt. Es sei derzeit aber noch völlig unklar, ob seine Behörde einen Fehler gemacht habe, so der Landrat.

    Per Mail sharen
    Teilen

    Nach dem Kindesmissbrauch auf einem Campingplatz in Lügde in Nordrhein-Westfalen hat der benachbarte niedersächsische Landkreis Hameln-Pyrmont umfassende Aufklärung zu den Jugendamtsentscheidungen über ein betroffenes Pflegekind angekündigt. Es sei derzeit aber noch völlig unklar, ob seine Behörde einen Fehler gemacht habe, sagte Landrat Tjark Bartels (SPD) am Dienstag in Hameln. Eines der missbrauchten Mädchen lebte jahrelang als Pflegekind bei einem Verdächtigen auf dem Campingplatz. Die Ermittler gehen davon aus, dass der 56-Jährige das Mädchen auch als Lockvogel missbraucht haben könnte, um an andere Kinder heranzukommen.

    Staatsanwaltschaft prüft Akten des Pflegekindes

    Die Unterbringung bei dem Mann, der inzwischen in Untersuchungshaft sitzt, sei auf Wunsch der Mutter erfolgt und sieben Monate lang geprüft worden, betonte Bartels. Sie wohnt im Kreis Hameln-Pyrmont. Ob Hinweise von Zeugen auf einen möglichen sexuellen Missbrauch des Pflegekindes 2016 in seinem Jugendamt geprüft worden seien, könne er im Moment nicht sagen. "Die Akten liegen bei der Staatsanwaltschaft."

    Jahrelang Kinder für Pornofilme missbraucht

    Der 56-Jährige, der auf dem Campingplatz an der Grenze zu Niedersachsen lebte, soll mindestens 29 Kinder im Alter zwischen 4 und 13 Jahren über zehn Jahre hinweg für Pornodrehs missbraucht haben. Ebenfalls in Untersuchungshaft sitzen ein 33-Jähriger, der die Kinder auch gefilmt und missbraucht haben soll, sowie ein 46 Jahre alter mutmaßlicher Auftraggeber der Kinderpornos aus Stade bei Hamburg. Es geht um mehr als 1.000 Einzeltaten.

    Hat die Polizei Hinweise nicht beachtet?

    Ermittelt wird auch gegen die Polizei im Kreis Lippe, in dem Lügde liegt, sowie gegen die Jugendämter der Kreise Lippe und Hameln-Pyrmont, weil es schon vor Jahren Hinweise gegeben haben soll.