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Kinder beim Lernen zuhause.

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    Kinderkrankentage: Eltern brauchen noch ein wenig Geduld

    Noch müssen Eltern auf die versprochene Verdoppelung der Kinderkrankentage warten. Erst muss sie Gesetz werden. Eine halbe Milliarde Euro wird sie nach Schätzungen des Gesundheitsministeriums kosten - finanziert aus Steuergeld.

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    Von
    • Kai Küstner

    Kitas und Schulen geschlossen, die Kleinen zu Hause – so sieht für viele Eltern der Corona-Alltag aus. Mit der Ausweitung der Kinderkrankentage soll ihnen geholfen werden. Die Regelung werde schnell kommen, denn der Bedarf bestehe jetzt, verspricht die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Sabine Dittmar, im Interview mit dem ARD-Hauptstadtstudio. "Wichtig ist, dass die Menschen sich darauf verlassen können, dass die Regelung rückwirkend zum 5. Januar in Kraft treten soll." Der 5. Januar - das war der Tag, an dem Bund und Länder die Ausweitung beschlossen hatten. Doch weil das noch nicht so lange her ist und die Entscheidung erst noch in Gesetzesform gegossen werden muss, werden sich Eltern beim Beantragen der Hilfen wohl noch etwas gedulden müssen.

    Keine Belastung für Gesetzliche Krankenkassen

    "Wir sind dabei, das umzusetzen", bestätigte jetzt Hanno Kautz, Sprecher von Gesundheitsminister Jens Spahn, und unterstrich, dass die zusätzlichen Kosten aus Steuermitteln gedeckt werden sollen, um sie eben nicht den Gesetzlichen Krankenkassen aufzubürden. Mit Ausgaben in Höhe von rund 500 Millionen Euro rechnet die Bundesregierung.

    Kinderkrankentage auch für Privat Versicherte?

    Doch neben der Finanzierungsfrage sind auch noch zahlreiche andere ungeklärt. Zum Beispiel die, ob am Ende auch privatversicherte Eltern Anspruch auf das Kinderkrankengeld haben werden. Der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) wirbt jedenfalls klar für eine steuerfinanzierte Lösung, wie ein Sprecher gegenüber dem ARD-Hauptstadtstudio bekräftigte. Und die SPD-Gesundheitsexpertin Sabine Dittmar fordert: "Die Betreuung der Kinder muss sichergestellt sein, unabhängig davon, ob man gesetzlich krankenversichert ist oder nicht. Wir suchen daher nach einer wirkungsgleichen Lösung, die auch nicht gesetzlich Krankenversicherte umfasst."

    Linke wollen unbefristete Zahlung

    Ebenfalls noch offen: Über welche Bescheinigung die Kinderkrankentage beantragt werden können. Denn die Regelung soll ja ganz bewusst auch dann greifen, wenn die Kleinen gar nicht krank, sondern wenn Schulen und Kitas pandemiebedingt geschlossen sind. Dafür sollen in diesem Jahr pro Elternteil zehn und für Alleinerziehende 20 zusätzliche Kinderkrankengeldtage gewährt werden. Zu wenig, findet die Chefin der Linkspartei, Katja Kipping, die sich für eine unbefristete Zahlung einsetzt. Doch an dem Beschluss von Kanzlerin und Ministerpräsidenten dürfte sich nun erstmal nichts mehr ändern.

    Abschließende Beratung übernächste Woche

    "Wir wollen alles dafür tun, dass das so schnell wie möglich Realität wird", sagt SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich. Abschließend beraten werden könnte die Gesetzgebung, schätzt er, in der übernächsten Sitzungswoche des Bundestags. Das wäre Ende Januar. Bis dahin sollten dann die vielen noch offenen Fragen auch wirklich beantwortet sein.

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